Angela Aux – „Eingängigkeit ist für mich nicht so wichtig“

Angela Aux – „Eingängigkeit ist für mich nicht so wichtig“ – Eine Plattenkritik

Angela Aux - Ein besonderes Cover

Angela Aux – Ein besonderes Cover

Wir möchten euch heute mit Angela Aux einen besonderen bayerischen Künstler aus München vorstellen. Am 27. September erschient mit „Sleep Well Folk“ das nun vierte Werk des Pop-Künstlers. Wir vom Soundkartell haben im Vorfeld mit ihm gesprochen und sagen euch, wie die neue Platte klingt.

Eingängigkeit ist nicht wichtig. Ein radikaler Satz. Besonders wenn er aus dem Mund eines Musikers kommt. Dabei möchten wir doch als Zuhörer, dass wir schnell und einfach Zugang zu einem Stück, einer ganzen Platte bekommen.
Doch das Gegenteil ist der Beweis. Denn meist erkennen wir Songstrukturen und ganze Platten als Gesamtwerk erst, wenn wir sie anspruchsvoll erschließen müssen.

 

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Eingängigkeit ist kein besonders wichtiges und ausschlaggebendes Element des vierten Releases von Angela Aux. Der kreative Kopf und das Alter Ego dahinter, Florian Kreier, produzierte auf seinem Album “Sleep Well Folk” sogar bewusst in diese Richtung. Er sei sogar bisher dafür gelobt worden, dass seine Songs vor Abwechslung nur geradezu strotzen. Das beginnt allein schon mit Betrachtung des Covers. Wenn es nach Florian geht, passt dieses perfekt zur Platte und ist bewusst sperrig gestaltet. Auf den ersten Blick kaum erkennbar, was darauf abgebildet sein soll. Wir sollen unsere Fantasie schon anstrengen und genau das ist worauf Angela Aux vornehmlich abzielt:

“Das Cover ist auf den ersten Blick sperrig. Es thematisiert auf der Bildebene Abgeschiedenheit, Vermischung von Traum und Wirklichkeit.”

Zu sehen ist auf “Sleep Well Folk” nach mehrmaligem Betrachten ein Berggipfel und lange bevor wir Bergketten wie die Alpen als Touristen und Bewohner erschlossen, waren jene Erscheinungen aufgeladen mit zahlreichen Bedeutungen, vor allem aber überwog die Angst davor. So produziert dieser Anblick auch eine gewisse Kühle und etwas Abweisendes. Es bleibt merklich viel Spielraum für Interpretationen und genau auf diesen Weg möchte uns Angela Aux auch mit den neuen Tracks schicken. Das Cover gibt die Marschrichtung vor. Eindeutig, denn gerade weil sie nicht der typischen Indie-Masche zuzuordnen sind ergibt sich ein sperriges und nicht ganz leichtes Bild der Titel. Sie regen an zum Nachdenken. Sind vertrackt und besitzen an etlichen Stellen ausufernde und überbordende Melodien.

Angela Aux - Ein besonderes Cover

Angela Aux – Ein besonderes Cover

Dennoch: Müsste Florian das wichtigste Element seiner neuen Songs auf ein Wort reduzieren wäre es: Gesangsmelodien.
Interessant. So sind doch gerade Lyrics das klarste Element, welches wir in Songs vorfinden. Ein weiteres Element taucht auf: Gegensätzlichkeit. Angela Aux scheint ein Spiel mit uns als Zuhörer treiben zu wollen. Uns zu einem Gegenstand eines Traumes zu machen. Doch wie verläuft dieser Traum? Welches Ende nimmt er? Wachen wir schweißgebadet auf oder sind wir trauern wir den schönen Momenten im Traum nach?

Das neue Album “Sleep Well Folk” schafft Raum. Lässt eine Menge Spielraum, um darüber nachzudenken, was es denn eigentlich von uns als Zuhörer will. Genau das möchte Florian:

“Das interessiert mich am Musik machen und Schreiben immer am meisten: auf irgendeine Art und Weise Dinge zu spiegeln oder konterkarieren, um beim Hörer oder Leser Fragen aufzuwerfen”.

Fragen um Fragen. Eine Unklarheit folgt auf die nächste und so lässt allein auch der Titel des Albums einiges offen. Spielt denn Folk eine Rolle oder was ist damit gemeint?

Es gibt auch hier kein klares Ja oder Nein. Es ist lediglich so, dass Angela Aux für das neue Album die Songs auf Gitarre eingespielt hat. Also doch Folk als Element und gleichzeitig wieder nicht, denn der Titel verabschiedet sich im Grunde genommen davon und schiebt ihm eine historische Bedeutung zu.

Angela Aux - Alter Ego Florian Kreier; Credit: Mattthias Kestel

Angela Aux – Alter Ego Florian Kreier; Credit: Mattthias Kestel

Sprunghaft und abwechslungsreich ist das Album geworden. Die Tracks springen hin und her. Schaffen mal hier eine positive und mal hier eine durchaus negative bedrückende Stimmung. So springen auch die Melodien. Sie nehmen an etlichen Stellen ungeahnte Wendungen und dringen teils tief in unser musikalisches Bewusstsein ein. “Slow Dive Show” oder auch “Catch Some Of Your Dreams” sind Paradebeispiele dafür. Auf letztgenanntem Tracks hören wir auch den vorhin angesprochenen Folkeinfluss heraus.

 

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In den Titeln wird sehr viel experimentiert und es fließen teils etliche Einflüsse in die Songs mit ein. Folk und auch ein bisschen HipHop beispielsweise. Gerade weil Angela Aux so abwechslungsreich klingt drängt sich dem Laien die Frage auf, mit wem vergleichen wir diesen Künstler am besten, um ihn einordnen zu können? Florian hat dazu eine klare Sicht:

“Im letzten Jahr hab ich mich viel mit Brian Eno beschäftigt. Seine Art Musik zu betrachten finde ich sehr interessant und die hat auch einige Ideen auf dem aktuellen Album angestoßen. Wie ich Folk und HipHop mische, wurde ich schon oft mit Beck verglichen, was mich freut, weil ich seine Musik sehr schätze. Aber vergleichen würde ich mich mit den beiden trotzdem nicht.”

Dabei war er im jugendlichen Alter typisch HipHop unterwegs. Trug die klassischen Klamotten, auch wenn er sich dazu über Kleidung keinen Kopf mehr macht.

Angela Aux hat, so viel ist trotz all der offenen Fragen sicher, eine Platte geschaffen, die im Gedächtnis bleibt. Die einzelnen Tracks hallen wie ein Echo nach, das immer wieder zurück kommt. Obschon das Zurückkommen nicht so seins ist, denn er blickt viel lieber nach vorne, wenn er am 19.09 das Album offiziell live vorstellt und später im Oktober mit seiner Band Aloa Input auf Tour geht. Releast wird die Platte dann am 27.09 auf International Bohemia. Zudem wird es eine limitierte CD Auflage auf dem italienischen Label Megaphone Records geben, die ihr ergattern könnt.

Aber hegt er nicht einen großen Wunsch für das nächste halbe Jahr?

“Ich hab die neue Why?-Platte zum Geburtstag bekommen, das ist eine limitierte Platte namens Golden Ticket. In einer der 700 Platten ist ein Ticket für eine Aufnahmesession mit Yoni Wolf, das wäre ein absoluter Traum für mich.”

FACEBOOK

Wenn ihr Lust habt mit auf das Releasekonzert am 19.09 im Milla in München zu kommen, dann schreibt einfach eine Mail an soundkartell@gmail.com und schon könnt ihr eine der zwei Karten für das Releasekonzert abstauben!

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