TWISK – Pop-Revolution aus Hamburg

TWISK – Pop-Revolution aus Hamburg

Revolution: TWISK brechen mit allen Pop-Formen; Credit: Jona Laffin

Revolution: TWISK brechen mit allen Pop-Formen; Credit: Jona Laffin

In gut vier Wochen erscheint das Album “Two” des Duos TWISK. Um es gleich vorweg zu nehmen bei diesem Album werden beinahe alle bisher modernen Muster ignoriert. Das Soundkartell hat sich in die zwölf sonderbar anmutenden Tracks reingehört und stellt euch nun das Werk vor. Ein exklusives Preview.

Bei TWISK handelt es sich um ein Duo, bei dem es keine klare Trennung der Rollen gibt. Das ist ungefähr so, wie bei einem Experiment, bei dem nach der Reihe zwei kreative Menschen einen Pinsel in die Hand bekommen und je nach dem wer gerade vor dem Bild steht darf einen Strich wagen. Derjenige, der als nächster oder wie bei TWISK als nächste dran ist, darf das Gesamtbild dann auf eigene Art und Weise nochmals verändern oder der Spur des Vorgängers folgen.

Es ist der freie Lauf, der das Duo zu einer ungemein besonderen Band macht. So tauschen sie beispielsweise abwechselnd ihre Instrumente, den Bass oder die Gitarre untereinander aus. Ebenso ihre Vocals. Mal darf Lennart gedämpft in das Mikro singen und mal darf aber auch Martina die Vocals fortführen.

TWISK bricht bewusst mit den üblichen Strukturen wie von Strophe, Refrain und dann nochmal alles von vorne. Dadurch schaffen sie auf natürliche Art und Weise Ecken und Kanten in ihrer Musik, die uns unvermittelt klar machen, wie verwöhnt wir von kantenlos, ungefährlich wirkenden Songstrukturen geformt wurden. So machen es einem die beiden Hamburger natürlich nicht einfach, einen möglichen Zugang zu ihren Songs zu finden. Das mag daran liegen, dass wir allesamt, wie wir hier stehen mit einem falschen Schlüssel ausgestattet sind.

Das Wappen der beiden: ein Toelpel

Das Wappen der beiden: ein Toelpel

Den richtigen geben uns ohne Zweifel TWISK schon gleich mit ihrem ersten Song “Salty and Free” in die Hand, ohne Wissen, was wir nun genau mit jenem uns unhandlich erscheinenden Schlüssel tun sollen. Sie wollen und können uns in ihren Songs lehren, wie wir damit am besten umgehen müssen und sollten. Ein Paradebeispiel ist dabei “Silver Salute”, der zwar wie in klassischer Manier wie ein Popsong beginnt. Wir ertappen uns dabei wie wir frohen Mutes den Schlüssel ins dazu scheinbar passende Schlüsselloch stecken.

Doch schon bald scheint die Kombination, wie wir an ihm drehen sollen eine umso geheimnisvollere. Zloty Vazquez von jahrgangsgeräusche.de schrieb, dass sie hier die Musik dazu verwenden es in Worte zu fassen. Sie produzieren also die Musik und widmen dieser ihre Texte. Es rührt geradezu an eine dreiste Revolution, die TWISK dort mit uns vornimmt. Kein klassischer Indie. Versteckte Poparrangements gibt es zwar ab und an, aber diese wurden wenn dann nur zufällig geschaffen.

Es ist schier unglaublich. TWISK haben mit ihrem Album “Two” etwas vollkommen Großes geschaffen, das sich immer weiter in uns ausbreitet. Sie wirken auf uns ein. Sie schaffen durch ihre Songs wie “Mail” oder aber auch “Idon Twanna” Neues in uns. Wir können es kaum fassen, dass wir noch aufnahmefähig für neue Songstrukturen sind, die wir nicht kennen. Und wir ertappen uns -leider- dabei, dass wir obschon es Menschen gibt, die sich gegen den Mainstream sperren, ja nun doch Mainstream sind. TWISK führt uns vor Augen, dass wir im Prinzip allesamt Bestandteil des musikalischen “Einheitsbreis” sind.

Das Cover der Platte "Two"

Das Cover der Platte „Two“

 

Dazu gehört eine große Portion Mut, den sie auf ganzer Linie auch durchsetzen. So verzichten auch sie auf jegliche Präsenz in den sozialen Medien und releasen das Album auf Kassette. Eine Schwierigkeit wird es dabei sein, das Album gewinnbringend im doppelten Sinne an ein Publikum zu bringen, das einerseits offen ihrer Musik gegenüber steht und andererseits die unglaubliche Arbeit der beiden entlohnt. Musikalisch gesehen gibt es dort lediglich das Hindernis der Zugänglichkeit, aber jenes zu überschreiten liegt am Interesse des Zuhörer selbst und wenn TWISK durch dieses Album kein Interesse weckt, wissen wir auch nicht weiter. “Two” muss gehört werden.

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