Troels Abrahamsen – Dänisches Multitalent aus Kopenhagen

Troels Abrahamsen

Das Soundkartell wurde eigentlich ins Leben gerufen, um lokale bayerische Bands vorzustellen. Aber jetzt ist es natürlich so, dass es auch in anderen Bundesländern und vor allem in unseren Nachbarländern wunderbare und tolle Musiker, Künstler und Bands gibt. In Dänemark waren wir bereits zwei Mal. Zuallererst haben wir euch dabei Jesper Ryom und vor ein paar Wochen letztlich Rangleklods vorgestellt. Beim nächsten Künstler reisen wir wieder in die Hauptstadt Dänemarks: Kopenhagen. Und auch dieses Mal wird es wieder etwas elektronischer und minimalistischer, wobei man eigentlich gar nicht genau beschreiben kann, mit welcher Musik wir es jetzt gleich zu tun bekommen. Troels Abrahamsen heißt der junge Herr und ist unter anderem allein als Solokünstler unterwegs.Wenn wir uns mit Troels Abrahamsen beschäftigen, dann haben wir es in erster Linie mit einem wahren Multitalent zu tun, denn eigentlich ist er der kreative und leitende Kopf der Dänischen Indie-Elektro Band VETO. Aber uneigentlich ist er schon unter vielen Künstlernamen unterwegs gewesen. Unter anderem hat er unter dem Namen I Know That You Know oder unter Supertroels einiges an Material und Alben veröffentlicht.

Es ist ja auch so, dass er sich in Dänemark einen deutlich bekannteren Namen erspielt hat, als er ihn in Deutschland hat. Denn hierzulande ist er schlichtweg einfach unbekannt und nur einige wenige kennen Troels Abrahamsen und seine so vortreffliche Musik.

Angefangen hat alles eigentlich mit seinem ersten Album „WHT“, auf welches „BLCK“ und Ende des letzten Jahres „Unset“ folgte. Mit „Husvild“ kam jetzt zu Beginn diesen Jahres sein viertes Album raus. Vier stolze Alben kann Troels Abrahamsen vorweisen, und hinzu kommen etliche einzelne Produktionen, die er -so könnte man es meinen- nebenher aus dem Ärmel schüttelt. Und das alles neben seiner eigentlichen Bandarbeit mit VETO, mit denen er auch aktiv immer noch musiziert.

Wie anfangs bereits erwähnt lässt sich die Musik von Troels Abrahamsen schwer irgendwelchen Genretypen zuordnen. Electronic Acoustic, so oder so ähnlich würde er es wohl selbst am passendsten beschreiben. Und wenn man jetzt beginnt sich in sein Album „Unset“ rein zuhören, dann wird einem auch auffallen, dass es dem ein oder anderen doch schwer fallen wird sofort Zugang zu seiner Musik zu finden. In „Alternate“ beispielsweise reizt er bereits das minimale Klangspektrum fast vollkommen aus. Auffallend und zu einem Markenzeichen seiner Musik ist in jedem Fall seine Stimme. Unverkennbar wird sie dabei über die elektronischen Klänge gelegt. Fast schon schwerelos kommt „Alternate“ dabei daher, und man muss den so schönen Textstellen wie „This is the worst case, these are the kinds of thoughts you wish you`ve never thought…“ unbedingt Gehör schenken. Nicht unbedingt einen melancholischen, aber dennoch einen sehr tiefgründigen und nachdenklichen Eindruck bekommt man von seiner Musik.

Man kann alle Titel des Albums in einem einzigen Artikel gar nicht erfassen, denn jeder einzelne Song strahlt eine so gewaltige Individualität und Intimität aus, dass sich dahinter fast schon eine eigene Geschichte verbirgt. Einen weiteren wunderschönen Track finden wir in „Pirouettes“. Bis über eine Minute lang erstreckt sich eine wunderschöne Klavierlinie. Dabei fühlt man sich fast schon an Künstler wie Yann Tiersen erinnert, wobei Troels Abrahamsen aus seinem Klaviereinsatz etwas ganz Besonderes gestaltet. Völlig minimalistisch ohne irgendwelche Zusätze, hört man hier nur ihn und sein Piano. Man lässt sich fast schon an dieser Stelle verzaubern. So schön und einfach kann Musik sein!

Weiter geht es mit „Called“ und dem wohl eingängigsten Track auf dem Album „Unset“. Wobei man auch hier mit der Formulierung Eingängigkeit aufpassen muss, denn wie gesagt den Zugang findet man auch hier nicht leicht. Der Instrumenteneinsatz ist in „Called“ allerdings schon deutlich vielfältiger, immerhin mindestens drei unterschiedliche Spuren finden sich in diesem Track. Auch hier passt wieder jeder Einsatz, jedes noch so kleine Detail sitzt an der perfekten Stelle. Obwohl keiner der Tracks wirklich pompös überfrachtet ist mit Instrumentarien, würde man bei keinem der Titel sich ein weiteres Instrument hinzu wünschen. Nein, diese minimalistische Form Musik zu machen, steht Troels Abrahamsen perfekt und genau das macht seine Musik auch so „sexy“. Man muss hier auch gar nicht das komplette Album in alle Einzelteile zerlegen, das wäre seiner Musik auch nicht würdig. Den ein oder anderen Track muss man erst einmal auf sich wirken lassen, das ist quasi wie bei einer Massage, und erst wenn man aufsteht ist man sich bewusst was sie in einem auswirkt und vor allem bewirkt.

Ich muss ehrlich gestehen, dass Troels Abrahamsen mit zu meinen Lieblingskünstlern gehört, er mich vor allem in meinem Musikgeschmack sehr beeinflusst hat. Dessen wurde ich mir auch erst nach Jahren bewusst. Das Besondere an Troels Abrahamsen ist eben auch, dass er im Endeffekt mehrere Gesichter hat. Einerseits tritt er so minimalistisch, fast schon lethargisch als Solokünstler auf, und wenn er mit seiner Band VETO zusammen arbeitet und auftritt spürt man erst wie kreativ Troels Abrahamsen innerlich pulsiert.

Auch wenn man jetzt bei erstmaligem Hören wie gesagt keinen wirklichen Zugang zu seiner Musik findet, sei einem nur der Rat wärmstens ans Herz gelegt, dass sich die Songs von Troels Abrahamsen quasi im Gehörgang erst entwickeln, und wenn man ihm die Chance gegeben hat, wird man sich freuen denn: irgendwann wird man seine Musik lieben.

Wem wir jetzt Lust gemacht haben, Troels Abrahamsen weiter zu verfolgen kommt hier auf seine Homepage: http://troelsabrahamsen.com/

Und hier kann man sich der hauptsächlich dänischen Facebookgemeinde anschließen: http://www.facebook.com/troelsabrahamsen?ref=ts

Um euch jetzt die Möglichkeit geben zu können, euch in die Musik von Troels Abrahamsen reinzuhören, gibt es jetzt von ihm den traumhaft guten Track „Called“:

[soundcloud]http://soundcloud.com/soundkartell/troels-abrahamsen-called[/soundcloud]

 

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