Tom Doolie

Interview mit Tom Doolie – „Manchmal reicht ein einfacher Loop.“

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Wir vom Soundkartell haben uns mit Tom Doolie über seine Musik unterhalten. In den nächsten Fragen lernt ihr ihn und seine Musik näher kennen. Im Februar erschien seine neue EP und darauf erwarten Euch richtig feine HipHop Beats.

Soundkartell: In drei Sätzen: Wo kommst du her und wie hat alles angefangen?

Tom Doolie: „Ich komme aus Freising bei München. Seit 2003 mach ich Musik. Angefangen hat es mit 2 Plattenspielern und dem „Full Clip“ Album.“

Soundkartell: Welche drei Gegenstände charakterisieren deine Musik am besten?

Tom Doolie: „MPC 2000xl, Vinyl und Schlagzeug.“

Soundkartell: Du hast im Februar eine EP rausgebracht. Wie war die Resonanz bisher?

Tom Doolie: Das Feedback war sehr gut, die Leute haben verstanden was der Sinn der Sache war: Kunst. „estro“ heißt in poetisch, griechischer Sprache: Liebe und Leidenschaft für Kunst. Ich habe mir auch für Mixing und Mastering viel Zeit genommen und sehr gute Leute dafür ins Boot geholt, um die Platte stimmig und rund klingen zu lassen. Am meisten hat mich gefreut, dass Feedback von anderen Produzenten kam und sehr positiv war.“

Soundkartell: Darauf finden wir reine HipHop Beats, richtig?

Tom Doolie: „Da kann sich jeder selber sein Genre aussuchen. Ich würde mich nicht festlegen wollen. Die Inspirationsquellen kommen ja auch nicht nur aus „Hip Hop“. Überhaupt finde ich Genres irgendwie sinnfrei. Aber du hast recht, Hip Hop trifft es ganz gut. 😉

Soundkartell: Für uns ist der Sound richtig smooth und fließt so dahin. Welche Stimmung kannst und willst du jemandem vermitteln, der zum ersten Mal mit der EP auf deine Musik trifft?

Tom Doolie: „Ich kann das schon verstehen, wenn der Sound eher ruhig und entspannt rüber kommt. Irgendwie sind das einfach die Vibes die ich zu dieser Zeit beim produzieren gesucht habe. Für die „estro“ EP hat diese Stimmung einfach gepasst. Ich hab schon öfter gehört, dass die Musik gerne zum Autofahren oder beim smoken auf der Couch gehört wird. Was mich natürlich freut. Seit ich aber live auch Beatsets spiele, schepperts im Studio auch wieder mehr. Ich arbeite gerade intensiv an einem neuen Projekt, welches mir viel Feierlaune bereitet.“

Soundkartell: Für uns ist deine EP schon eine besondere Produktion. Allein weil deine Musik ja rein instrumental agiert. Inwiefern meinst du, muss man sich aber trotzdem erst mal dran gewöhnen, was wir da hören?

Tom Doolie: „Reine instrumental Musik – speziell Beats, werden glaube ich nur von Leuten wirklich verstanden, die selbst in der Materie stecken oder wirklich „Fans“ sind. Jemand der seinen Fokus auf anderen Sachen hat muss sich da bestimmt erst daran gewöhnen. Obwohl ich ja auch gerne mit vocal samples rumspiele, hat das auf dieses Projekt einfach nicht gepasst.“

Soundkartell: Etwas ungewohnt ist schon deiner Musik zu lauschen. Inwiefern würde sich deine Musik durch Lyrics grundlegend verändern?

Tom Doolie: Für die „estro“ EP wollte ich ein bisschen weg von „loops“ und „samples“ und die Arrangements sind auch nicht für Raps gedacht. Das ist aber ja nicht mein einziger Output. Mit Whusnek läuft ja immer noch das Beatstalker Projekt und mit Lux & Cap Kendricks arbeite ich auch gerade an einer sehr schönen Sache. Da kann man dann hören, was sich verändert.“

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Soundkartell: Gibt es Leute und Zuhörer die sagen: Die Musik, die du machst ist nicht komplett und vollständig?

Tom Doolie: „Bestimmt. Ich glaube aber es gibt im Leben immer Menschen, die tiefer graben als andere. Sich in irgendwas reinsteigern und eine Erfüllung in etwas zu finden, ist ja irgendwie auch ne Art „Sinn des Lebens“ – lach. Das gilt für jede Richtung. Nur so können sich neue Sachen entwickeln. Bei mir waren das eben schon immer Musik, Beats bzw. bestimmte Rhythmen die ich in der Musik suche. Manchmal reicht da eben ein einfacher Loop.“

Soundkartell: Was sagst du solche Kritikern?

Tom Doolie: estro.“

Soundkartell: Gib uns doch bei einem der neuen Songs ein Beispiel, wie du einen solchen Song produzierst.

Tom Doolie: „Das Grundgerüst ist meistens ähnlich. Zuerst Melodie, Instrument oder Sample. Danach kommen Drums, Baseline und Kleinigkeiten die den Flow verfeinern. Dabei leg ich großen Wert drauf, dass nichts quantisiert oder an Raster angepasst wird. Eher zum Ende eines Projekts werden den Tracks dann mit Vocals oder Intros und Outros der letzte Schliff verpasst. Arrangement und Mixing läuft meistens durch alle Prozesse mit. Drums spiel ich am MPC, Schlagzeug oder anderem Percussion Zeugs. Auf der estro EP sind viele Baselines mit einem E-Bass eingespielt. Instrumente sind eh immer gerne gesehen. Ich versuch nur eine Regel einzuhalten: Immer etwas machen, was du noch nie gemacht hast – auch wenn das manchmal schwierig ist.“

Soundkartell: Der Sound scheint da ja irgendwie unendlich lang zu fließen. Wann ist da für dich ein Song wirklich abgeschlossen?

Tom Doolie: Fließen ist da für die “estro” EP echt ein gutes Wort. Dieser Fluss bestimmt irgendwie auch, wann der Track fertig ist. Das soll jetzt nicht übertrieben spirituell klingen aber ich mach einfach solange weiter bis der Fluss beim produzieren abreisst. Der Beat sagt sozusagen an, wanns reicht. Oft hör ich auch ein Sample und weiß, wie der Track fertig klingen soll. Dann komm ich zwei Stunde später wieder zu mir und der Track ist fertig. Am nächsten will ich stundenlang noch irgendwas machen aber nix geht mehr. Also eigentlich hab ich da nichts zu melden. Allgemein ist mir das Abschließen von Projekten aber sehr wichtig. Es gibt Motivation zum weitermachen und schafft Platz für was Neues.“

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Tom Doolie im Interview beim Soundkartell

Soundkartell: Gibt es das für dich überhaupt: Ein abgeschlossener Track?

Tom Doolie: „Klar! Minimalismus kann einem viele Probleme nehmen.“

Soundkartell: Für uns macht es den Eindruck, als ob alle Tracks auf der EP unwahrscheinlich eng miteinander verwoben sind…

Tom Doolie: „Das freut mich sehr, wenn das erkannt wird! In der Produktionsphase war auch klar, dass das „ein“ Projekt wird. Also Tracks sind entstanden um in das künstlerische „estro“ Konzept zu passen. Und wie gesagt, auch bei Mixing und Mastering wurde sehr gut zusammengearbeitet.“

Soundkartell: Vervollständige den Satz: An guten und neuen HipHop, Rap-Beats zu feilen ist schwieriger als einen Text drauf zu texten, weil…

Tom Doolie: „Es gibt Rapper und Producer. Jeder kann es sich so schwer machen wie er will. Das war jetzt keine Vervollständigung, ich weiß.“

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