The Radar Post

Intimes Debütalbum von The Radar Post

The Radar Post releast Debütalbum; Credit: Birk Kromann

The Radar Post releast Debütalbum; Credit: Birk Kromann

Ende Februar erscheint das selbstbetitelte Debütalbum des dänischen Songwriters The Radar Post. Das Album ist wie ein offenes Buch und erzählt die Geschichte eines einst verzweifelten Songwriters.

Allein der erste Song „Foreword“ ist eine Offenbarung. Das Wort Beichte würde dem nicht gerecht werden und stimmt auch einfach nicht. Nein Esben Svane offenbart was er als Bandmusiker in den letzten Jahren alles erlebt hat. Und das war nicht durchweg positiv und das Gelbe vom Ei. Im Gegenteil Esben Svane hat ein Leben voll mit Alkohol- und Drogenmissbrauch hinter sich. Also zumindest eine Phase. Eine Phase in der er als Schlagzeuger und Solokünstler viel auf Tour war und sich in den Alkohol- und Drogenkonsum gestürzt hat. Klar die Zeit war trotzdem großartig, aber die Nächte wurden immer länger und er fiel in ein Loch.

Das hieß für den Vollblut-Musiker: Ich muss hier raus. Weg und sich abschotten. Dazu gab er sich einen neuen Namen und macht jetzt unter dem Namen The Radar Post Musik. Gleichzeitig ist er auch wieder zum Bandmusiker geworden und The Radar Post ist nun gleichzeitig auch seine neue Band. Für ihn ging es dann auf’s Land und dem Anschein nach auch zu seinen Eltern. Also das Stück Land gehört zumindest seinen Eltern und dort hat er wieder zu sich selbst gefunden. Das Projekt wollte er von Grund auf aufbauen und als er vor gut zwei Jahren seine ersten EP s rausgebracht hatte, überschlugen sich auch die positiven Rückmeldungen und Kritiken. Esben Svane war wieder zurück und genau dort wohin er auch immer wollte: Im Musikbusiness.

Manchmal braucht es einen solchen Tiefschlag. Erst dann sehen wir wo wir stehen und wie wackelig das Fundament doch ist, auf dem wir stehen. Dann müssen wir all unsere Energie in die Hand nehmen und investieren. Ganz ungewiss und ohne Plan, ob das auch gut geht. Bei The Radar Post ist das gut gegangen. Das Album ist ihm wirklich richtig gut gelungen. 11 Tracks erzählen durchgehend eine Geschichte, die uns mitnimmt. Esben hat uns etwas zu sagen und so sind seine Songs auch aufgebaut. Wie ein klassischer Pop-Musiker hat er seine Songs wie den Opener oder auch „Wear Your Head Off“ flott arrangiert. Das ist kein klassischer Singer-Songwriter Gitarren-Folk. Das ist echte Bandmusik, voll instrumentiert und emotional sehr stark aufgeladen. Ein Track, bei dem man die Einsamkeit auf dem Land regelrecht greifen und spüren kann ist „Traces“. Ganz langsam baut er sich auf und im Hintergrund tickt wie in einer Küche die Uhr an der Wand. Vor uns sitzt Esben und trägt uns seine Ballade voller Inbrunst vor. Da ist er, der magische Moment in seiner Musik. Darum geht es.

Insgesamt sind dem Dänen mit Piercing in der Nase 11 Songs gelungen, die wie „Cooking up Something“ mal komplett von ihm alleine mit der Gitarre aufgespielt werden und sich emotional entladen wie ein tieftrauriges Herz. Ab und an erinnert mich The Radar Post an Johnossi. Also zumindest von der Intonation seiner Stimme. Auch von der abwechselnd aufbrausenden Art, die er in seine Songs wirft. Zum Abschluss des Albums hat er uns mit „Get Up! Get Out!“ noch eine wundervolle Botschaft hinterlassen. Esben hat etwas für sein Schicksal getan und seine Reise als neuer Musiker geht jetzt erst so richtig los. Als ich ihn im Mai 2015 beim Spot Festival live gesehen habe, konnte man das Feuer in seinen Augen regelrecht sehen. So blöd das jetzt auch klingt. Esben Svane hat wieder richtig Lust und Laune Musik zu machen und die seinem Publikum vorzutragen. Seine Fanbase wird auch hier in Deutschland größer werden. Ganz sicher.

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