The Amplifetes – Auf der Suche nach Licht

The Amplifetes – Auf der Suche nach Licht

Credit: Djamel Boucly

Credit: Djamel Boucly

Mit dem Licht haben es die Nordlichter in Europa ja besonders. Geprägt von monatelanger Dunkelheit und dem genauen Gegenteil, einer grellen und hellen Sommernacht machen es sich The Amplifetes aus Schweden in ihrer neuen Platte zum Thema über das Licht zu sprechen. Am 14. Juni erscheint die neue Platte und das Soundkartell hat es sich vorher schon angehört.

Was wir nicht schon alles über Schweden gehört haben. Zahlreiche musikalische Wunder wurden in dem Land des Smørrebrød, der zahlreichen Rentiere geboren. Den Begeisterten Musikliebhabern dürfte das allmählich auf die Nerven gegangen sein. Und die Frage „Woher kommen die denn?“ konnten wir auch im Vorfeld schon immer beantworten. Auch wenn die Band ein „The“ im Namen trug. Nichtsdestotrotz bleiben wir in Schweden und wir befassen uns jetzt mit einem Zweitwerk grandioser schwedischer Musiker: The Amplifetes.
Ihr zweites Album „Where Is The Light“ wird am 14. Juni erscheinen und dem Soundkartell wurde die Ehre zuteil das Werk schon im Vorfeld in den Händen halten zu dürfen.
The Amplifetes begeben sich, wie es der Titel des Albums schon besagt, auf die Suche nach einem hellen Streifen, nach Licht.

Vier Männer nehmen im zweiten Album nach ihrem gleichnamigen Debüt diese Aufgabe in die Hand und halten dabei Ausschau nach äußerst gelungenen elektronischen Beats und klassischem Indie-Elektro. Auf jener Suche stolpern wir als Zuhörer unweigerlich auch über den ein oder anderen smoothen Sommertrack.
Wenn sie nicht The Amplifetes sind, so arbeiten einige Mitglieder auch als angesagte Prodzenten und schreiben für andere Künstler ihre Songs. Darunter finden sich skurrile Künstler wie Britney Spears oder Grandmaster Flash. Wir müssen das wohl dann so verstehen, dass die Lust etwas eigenes immer größer wird, je mehr man mit und für andere Künstler arbeitet. So packten sie im Jahre 2010 das Projekt von The Amplifetes an und releasten in eben jenem Jahr ihr Debüt, das sie nach ihrem Bandnamen benannten. Davor ergab sich immer noch sporadisch etwas und so schnibselten sie über das Internet lediglich Songs zusammen. Sie sagten über sich selbst, dass es eher ein unglücklicher Umstand oder gar Unfall war, der sie zusammenbrachte. Um ihrer Bandgeschichte den letzten Klischee-Tupfer aufzusetzen mieteten sie sich jetzt für ihr neues Werk in eine abgelegene Hütte in Schweden…


The Amplifetes – You/Me/Evolution (Clip Officiel) von LineSession

Dorthin nahmen sie alles, was nicht niet und nagelfest war und den Aufnahmen diente mit um an ihrem Sound zu feilen. Kaum vorstellbar, dass es bei The Amplifetes möglich war den Großteil der Aufnahmen und Songs in genau 10 Tagen aufzunehmen.
Mit diesem Hintergrundwissen könnten wir meinen, die Tracks würden klingen, als ob sie in ein musikalisches Korsett gezwängt worden wären.
Normalerweise schustert an den Songs immer ein entscheidender Kopf und gibt Instruktionen wie wo was zu klingen hat. Doch die vier Schweden kochen dort ein eigenes Süppchen und so setzt sich jeder einzeln hin und bearbeitet sein Instrument. Am Ende kommen sie dann sozusagen alle zusammen und tragen vor, was sie so entwickelt haben.
Betrachten und begutachten wir nun die neuen 11 Tracks des Albums so ergibt sich ein roter Faden, welcher vom Ende der Welt und endzeitlicher Schönheit ziert. Jeder einzelne Track soll dabei wie eine Station auf einer Reise wirken. Jeder steht somit für sich allein und baut doch eine direkte Verbindung zum nächsten Track auf.
Nach einem kurzen einleitenden Stück eröffnet der gleichnamige Titelsong des Albums „Where Is The Light“ den Reigen elektronischer und geradliniger Tracks. „Where Is The Light“ entpuppt sich regelrecht zu einer Hymne, der sein Ende auf der Tanzfläche findet.
Gehen wir sprunghaft zum Track „Keep On Running“ weiter so fällt doch gleich die ambivalente Vocalführung auf. Abwechselnd auf der einen Seite recht hoher und dann dieser angenehm tiefe Gesang. Er erzählt vom ständigen Unterwegs sein, vom immer auf der Suche sein. Auf der Suche nach Licht, Erleuchtung. Obwohl der Track instrumental gesehen nur sporadisch geschmückt und gefüllt ist, flimmern und fiepen Synthies hin und her.

Credit: Gustaf Hagstrand

Credit: Gustaf Hagstrand

Überaus großartig ist die aktuelle Single „You/Me/Revolution“ geworden und das aus einem Grund. Denn der Song arbeitet mit etlichen vielen magischen Soundelementen, wie wir sie früher von den Klaxons gekannt haben. Er tangiert so viele Schnittstellen in der Musik, das einem beim Hören schwindelig wird. Pop, Elektro, Indie und wahnsinnig elegante instrumentale Folgen reihen sich gute vier Minuten aneinander.
Ein weiteres Glanzstück auf der Platte ist „You Want It“. Eingeleitet wird dieser durch aneinandergereihte Folgen auf dem Keyboard bevor der groovige Sound samt Gesang einsetzt. Spätestens jetzt dürfen wir davon überzeugt davon sein, dass The Amplifetes mit ihrem neuen Album eine wahre Sommerplatte landen könnten, ohne die die angesagtesten Radios hierzulande nicht auskommen könnten.

Auf eben jener Platte geht es textlich gesehen um Bewegungen. Es geht darum, dass es erst zur Bewegung kommt, wenn Gegensätze und Widersprüchlichkeiten aufeinander treffen. Sie erzeugen somit eine Spannung, welcher sich der Hörer nicht entziehen kann.
Am Ende dieser wirklich mehr als gelungenen 11 Tracks bleibt die ängstliche Frage im Raum, was denn mit den Schweden von The Amplifetes passieren würde, würden sie tatsächlich in einem Moment auf Licht stoßen?
Wobei sich an diese Frage letztlich auch die Verblüffung anschließt, warum wir uns immer bewusst dem Licht zuwenden und wir es in der Dunkelheit nicht mehr aushalten?
The Amplifetes geben darauf ein musikalisches Statement von sich, das von euch gehört werden sollte.

Vor drei Jahren kannte man sie noch so:

2 Antworten zu “The Amplifetes – Auf der Suche nach Licht

  • Schweden hat einfach viele gute Musiker ich finde das nicht schlimm.
    The Amplifetes sind zwar nicht mein Musikgeschmack, aber ist schon echt gut.

    • Ja, hast schon recht. The Amplifetes erfinden das Rad nicht neu, aber trotzdem hat das Album echt ein paar sehr gute Perlen dabei.

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