Serafyn

Serafyn „Foam“ Albumrezension

Serafyn mit ihrem Debütalbum; Fotocredit: Matthias Willi

Serafyn mit ihrem Debütalbum; Fotocredit: Matthias Willi

Wolfgang Baustian hat sich mit „Foam“ (VÖ 10.02) das Debütalbum von Serafyn angehört.

„Als eine Gänsehaut … bezeichnet man das typische Bild von aufgerichteter Körperbehaarung und kleiner Erhebungen der Hautoberfläche vor allem an Armen und Beinen, das dem Anblick einer gerupften Gans ähnelt. Die Ursache für das Entstehen einer Gänsehaut beim Menschen ist bis heute nicht vollständig geklärt.“ (Quelle: Wikipedia.de)

Oh, liebes Wikipedia, vielleicht kann ich zur Lösung ein ganzes Stück behilflich sein und rate euch sowie der allgemeinen Wissenschaft sich mit Serafyn näher auseinander zu setzen. Der hier vertretenen Leserschaft wird es jetzt bereits dünkeln, dass es sich dabei keinesfalls um ein Medikament, eine Heilpflanze, ein Enzym oder der Name eines gefundenen Gendefekts handelt.

Aber: Serafyn ist ein 100%er Auslöser der unansehnlichen Hautpelle – mit garantiertem Gefühlsschauer. So, nun genug orakelt – natürlich handelt es sich bei Serafyn um eine Band. Aber nach meiner Ansicht nicht um irgend eine. Denn bei ihrem aktuellen Album „Foam“ stellt sich bei mir diese Hautirritation bei einem Lied nach dem anderen ein. Was für ein wunderschönes Album ist uns denn bitte hier unter die Finger geraten?

Dabei hat die Band aus Basel bislang einen recht langen Atem bewiesen. Denn ihre musikalischen Ersterfahrungen sind auf das knallharte Umfeld als Straßenmusiker zurück zu führen. Bei einer Tour im Sommer 2013 auf den Straßen Europas, spielten Serafyn so viele Konzerte wie möglich – ganz egal ob diese auf einem Hinterhof oder Festival stattfanden. Doch erst die Verbreitung über Plattformen wie Soundcloud und Youtube brachte beständig mehr Aufmerksamkeit.

Auf diesem Wege fand Serafyn auch ihren musikalischen Paten und Mentor. Denn kein geringerer als der englische Singer/Songwriter Fink hatte sich mittlerweile als größter Fan der schweizer Kombo geoutet und Serafyn entsprechend supportet. Schnell fanden sich die ersten Singles immer öfter in Radiosendern quer über Europa verteilt. Was sich fast anhört, wie eine typische Hollywood-Geschichte, ist einmal gehört völlig nachvollziehbar und verständlich.

So finden sich auf „Foam“ 10 wunderschöne Songs, die nicht nur auf Grund von Anna Erhard, Anja Waldkircher und Alexandra Werner überzeugen, die es vermögen, eine unvergleichliche gesangliche Gefühlsebene in ihren Liedern aufzubauen. Sondern ebenfalls der Umfang der dargebotenen Instrumente, ergänzt durch J.J. Loew sowie Lucas Loew, die erst den nötigen akustischen Raum bieten. 10 Songs, die mir das richtige Gleichgewicht zwischen den zum Teil negativen äußeren Geschehnissen sowie dem inneren positiven Denken und Handeln vermittelt haben. Auch sind die Kompositionen insgesamt etwas „fülliger“ gegenüber den früheren Werken geworden, was aber dem Hörgenuss bei weitem nicht geschadet hat.

„Egal, ob … es uns beim Lieblingssong eiskalt den Rücken runter läuft: wir bekommen dabei eine Gänsehaut.“ (Quelle: wissen.de).

Oh ja, sehr gerne sogar. Und wenn einem das bei jedem der angespielten Lieder bei einem Album widerfährt, dann muss es sich schon um etwas ganz besonderes handeln. Vielleicht wirkt das ja auch nicht bei jedem so, was ich mir aber bei der Musik kaum vorstellen kann. Und sollte es dennoch so sein … na, dann stelle ich mich gerne der Wissenschaft zur Verfügung. Aber eben nur mit dem Album „Foam“ von Serafyn im Gepäck. Hach, auf zum nächsten Schauer …

Ein Text von Wolfgang Baustian

Serafyn Live 2017:

25.02. CH – Basel, Parterre
02.03. DE – Hamburg, Nochtspeicher
03.03. DE – Berlin, F101 (Admiralspalast)
04.03. DE – München, Rationaltheater
11.03. A – Lustenau, Carinisaal
22.03. CH – Luzern, Schuüür
24.03. A – Saalfelden, Early Spring Festival
06.04. CH – Chur, Werkstatt
08.04. CH – Zürich, Exil
09.04. CH – Bern, Rössli
20.04. DE – Frankfurt am Main, Brotfabrik
21.04. DE – Leipzig, Neues Schauspiel
22.04. DE – Köln, Wohngemeinschaft

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