Rezension: Gengahr „Sanctuary“

Gengahr liefern drittes Studioalbum „Sanctuary“

Gengahr neues Album „Sanctuary“; Fotocredit: Jay Whitehead

Bei Gengahr denke ich unweigerlich an meine Pokémon Zeit. Damals gab es ein relativ starkes Wesen namens Gengar. Also come on, die Ähnlichkeit des Namens ist ja wohl sowas von gegeben. Gengar war ein ziemlich starkes Pokémon. Es war eines des Typs Geist. Mit den Attack Horrorblick, Fluch, Psycho und Gifthieb war es mitunter auch eines der gefährlichsten im Spiel. Warum ich nun Gengahr, die Band aus dem Norden Londons damit in Verbindung bringe weiß ich auch nicht so recht. Denn die Songs der Band um Sänger Alex sind alles andere als furchteinflößend oder toxisch.

Schon gar nicht, wenn wir über das neue Album “Sanctuary” sprechen, welches am 31. Januar veröffentlicht wurde. Nach zwei Vorgänger-Alben 2015 und 2018 folgt nun also das dritte Werk und darauf klingen sie so füllig und opulent wie selten zuvor. Gerade “Everything & More” ist ein Blumenstrauß aus Indie-Effekten und Synthies. Geradezu schon hymnisch. In “Atlas Please” klingt dann auf einmal der Bombay Bicycle Club Einschlag durch. Der kommt auch nicht von ungefähr, denn sie haben die Platte zusammen mit Jack Steadman produziert. Der hatte seine Finger immer beim Bombay Bicycle Club im Spiel.

Im Fokus des gesamten Songwriting Prozesses steht die “Odyssee” von Homer. Alex hatte sich im Interview bei uns auf dem Blog wie folgt dazu geäußert:

“It is essentially a love story. Through all the chaos and bloodshed the Odyssey is about a man trying to find his way back home to be be with the woman he loves.”

Gengahr neues Album „Sanctuary“

Es geht also um die Liebe und einen Irrweg zurück zu der Frau, die er liebt. Ganz zentral wird das in den neuen Songs von Gengahr auch aufgenommen und verwurstelt. Was mir beim Durchhören der Platte wieder unfassbar viel Spaß bereitet ist dieser Funk und Groove, der in der Luft liegt. “Heavenly Maybe” ist so ein Zeuge unbändigen Grooves. Hier sprüht und funkt es an jeder Ecke des Tracks. Euch erwarten 36 Minuten wahre Extase und Indie-Songs, die genau so on Point sind, wie sie sein müssen. Das macht unglaubliche Freude den Londonern zuzuhören und für mich gehören Gengahr mit ihrer Platte definitiv zu den Highlights für eine der spannendsten Indie-Platten 2020. Großartig!

Gengahr sind ab Ende Februar auch auf Tour in Deutschland:

Live:
26.02.2020 Köln – Blue Shell
27.02.2020 Berlin – Maze
28.02.2020 München – folks!
29.02.2020 Hamburg – Molotow Skybar

 

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*