Messer – Renaissance des alten Wave-Sounds

Zweites Studioalbum „Die Unsichtbaren“

Messer; Credit: Leo Ritz

Messer; Credit: Leo Ritz

Vor etwas mehr als einer Woche erschien mit “Die Unsichtbaren” das neue Album der Münsteraner Band Messer. Das Soundkartell hat es sich angehört und stellt es euch vor. Es ist ein sonderbar gutes Album geworden. Wir können sogar von einer Wiedergeburt des alten Wave-Sounds sprechen.

Jetzt war es letztlich endlich soweit und Messer haben mit “Die Unsichtbaren” ein neues Studioalbum veröffentlicht. Ein wahres Schmuckstück halten wir dort in der Hand, denn das Cover ziert ein Art Aquarellbild, worauf eine rauchende Frau in sehr nachdenklicher Pose dargestellt wird. Stilvoll.

Bei der Musik, die Messer auch auf ihrem neuen Album machen handelt es sich um temporeichen Post-Punk. Getextet wird dabei von der Band aus Münster auf Deutsch. Auf This Charming Man Records haben die vier Musiker ihre neue Platte veröffentlicht und vorab erschienen bereits die Singles “Neonlicht” und “Die kapieren nicht”. Schon da bewiesen sie, dass sie ihren früheren Post-Punk immer noch drauf haben. Gut, es handelt sich hierbei erst um die zweite Platte, aber dennoch: Sie sind keine großen Risiken eingegangen und haben ihren Sound bewahrt.

 

Das erste Album schien dabei nur der Anfang zu sein, denn nun veredeln sie ihre Songs sozusagen, denn sie verleihen ihnen einen weiteren kantigeren Touch. Von allen Seiten scheint immer jemand an den Instrumenten zu tüfteln, denn klirrt und zerrt, dass es nur so kracht. Eine große Veränderung in ihrem Sound ist dabei die Percussion geworden. So rückt der Rhythmus in einen breiteren Fokus und verleiht dem Sound von Messer ein tanzbareres Element.

 

Messer aus Münster; Credit: Leo Ritz

Messer aus Münster; Credit: Leo Ritz

 

Normalerweise bringen wir mit Punk recht häufig schroffe Akkordfolgen in Verbindung. Doch hier beweisen die Münsteraner das Gegenteil, denn sie spielen oftmals mit hypnotisierenden Synthies, bauen hier und da einen ordentlichen Spannungsbogen auf und lassen diesen im nächsten Moment durch vereinzelte Tonfolgen wieder abflauen.
Die Agentur preist die Band unter anderem auch damit an, dass diese Art und Weise Musik zum Besten zu geben in Deutschland einzigartig zu sein scheint. Diese Art Powerchords tauchen lediglich im Titel wie “Es gibt etwas” auf.

 

Damit behalten sie sicherlich Recht. Dennoch ist es genau das, was die Musik auf Dauer etwas anstrengend zugleich macht. Sie trifft mit großer Sicherheit nämlich auch nicht jedermans Geschmack. Fest steht, Messer arbeitet in den neuen Songs wie “Tollwut” oder “Tiefenrausch” mit schrillen Bässen und Tönen, Chorus-Effekten und allerhand weiteren kantigen Elementen.

Fast schon überschwinglich melodisch werden sie im Titel “Das Versteck der Muräne”. So beweisen Messer, dass sie unheimlich vielfältig ans Werk gehen. Sie stehen womöglich sinnbildlich für eine Renaissance des guten alten Wave-Sounds. Darauf können wir nur hoffen, denn Messer macht auf ihrem zweiten Album einen guten Eindruck, obschon die Musik natürlich nicht auf jedes Ohr mit Freude stoßen wird.

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