Maxim Pritula – Geheimnisvoller ukrainischer Solokünstler

Maxim Pritula – Geheimnisvoller ukrainischer Solokünstler

Maxim Pritula aus Odessa; Credit: Tobias Schütze

Maxim Pritula aus Odessa; Credit: Tobias Schütze

An diesem Freitag stellen wir euch mit Maxim Pritula einen ganz besonderen Künstler vor. Er nimmt uns nämlich in seinen Songs mit in die Welt der klassischen Russischen Sprache. Das Soundkartell stellt ihn euch vor.

Mit “Igra” ist nun eine Platte der besonderen Art erschienen, denn er entführt uns sozusagen in seine eigene russische Welt der Musik. Die Themen, die er dabei verarbeitet unterscheiden sich nicht großartig von denen anderer Pop und Folksongs aus dem Westen Europas. Das Besondere an seiner Musik jedoch ist seine Stimme bzw. die Sprache mit der er agiert, denn diese projiziert auf uns, wenn wir das soweit wissen, eine ganz besondere Stimmung.

Es geht in seinen Songs um die Heimat, um die Natur und die Beziehung dieser beiden Konstrukte. 1985 wurde er in der Ukraine geboren und kam 2003 mit seiner Familie nach Deutschland. Seit etwa vier Jahren studiert er nun auch hier und das tut er in Weimar, indem er Videokunst und Malerei studiert. Nun, nach etlichen Jahren kommt er endlich dazu und kann seine Songs in einem ersten vollständigen Album vertonen.

Wenn wir so wollen ist Maxim Pritula ein Weltbürger wie wir ihn uns vorstellen müssen. Ein wahres Paradebeispiel, wie wir es schaffen können grenzüberschreitend und interkulturell Netzwerke und Beziehungen aufzubauen. So war bevor er letztlich nach Deutschland kam und in Erfurt erste wichtige Musikerkontakte knüpfte in Jerusalem unterwegs. Dort verbrachte er als Kind seine Zeit in einem Schulchor, der zu einer jüdisch-orthodoxen Schule gehörte.

Später lernte er in Erfurt die Sängerin von Chapeau Claque und den Produzenten und Musiker Frithjoff. Mit eben jenem Musiker hält er auch heute noch eine enge Beziehung aufrecht, und so kam es, dass Frithjoff sein Debütalbum aufgenommen hat. Doch was genau hören wir jetzt auf seiner Platte, außer den russischen Texten, die wohl nur eine kleine Anzahl von Lesern versteht?
Es handelt sich dabei um den die Ukraine und Odessa typischen Klezmer und eine Mischung aus modernem Singer-Songwriter Stil.

Doch das allein genügt ihm nicht, denn Maxim Pritula baut zusätzlich Blues-Einflüsse und Elemente des Tangos ein. Neben den russischen Texten darf dann natürlich auch die dazugehörige Folklore nicht fehlen und nehmen wir jetzt alle Elemente so zusammen wie sie sind, so hat Maxim daraus ein Album geschaffen, dass in Europa seinesgleichen suchen wird.

Lauschen wir den Titeln “Nashi Serdca” und “Ljudi Umeli Letat” so fällt auf, mit welcher schlichten Schönheit er seine Songs arrangiert und strukturiert hat. Zudem ist es erstaunlich, welch unheimlich große Vorstellungskraft Sprache entwickeln kann, auch wenn wir nicht in der Lage sind diese zu verstehen oder gar ansatzweise zu entschlüsseln. Maxim schafft es gerade auch dadurch ein unstillbare Neugier seiner Musik gegenüber zu wecken. Anfangs meinen wir, wir könnten seinen Songs nicht allzu nahe kommen, weil wir nichts verstehen. Doch genau das ist es, was uns dazu bewegt, dass wir uns noch mehr mit diesem Künstler beschäftigen. Das Geheimnisvolle steht ihm gut zu Gesicht und seine Musik lässt daraus eine überaus große Anziehungskraft entstehen.

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