Marz

Marz „I Love 2 Hate“ Rezension

Marz Debütalbum "I Love 2 Hate"

Marz Debütalbum „I Love 2 Hate“

Am 30. September erscheint mit „I Love 2 Hate“ das Debütalbum des Stuttgarter Rappers Marz. Es ist ein besonderes Werk geworden.

Das was Marz hier schon seit Jahren macht verfolge ich schon länger. Mal mehr aber auch manchmal etwas weniger aufmerksam. Mit „Hoes. Flows. Tomatoes.“ und „Hoes. Flows. Kollabos.“ hatte der Rapper schon vorher zwei Platten rausgehauen, die so gesehen die Base gelegt haben. Denn jetzt erst erscheint offiziell sein erstes Album. Das hat lange gedauert, macht aber auch Sinn, wenn man die Platte rotieren lässt.

Rap trifft auf Jazz. Das klingt zwar platt, ist aber die Wahrheit. Denn in den 15 Tracks tobt sich Marz aus. Wer die Platte das erste Mal hört wird auf bekannte klassische Sample-Beats stoßen. Es folgen Hommagen an die Beginner und die Einspieler wie die von den Sopranos lockern das ganze auf. Doch Marz macht Ernst. Es ist ein teilweise sehr ernstes Album. Also keine Feier-Beats oder Party-Mucke. Klar taugt sie auch so. Aber es geht um die Arrangements und die sind wirklich aller erste Sahne.

Ich mag die Stimme und die Intonation seiner Vocals. Das ist schon mal sehr wichtig, um die Platte in Ruhe und in voller Länge hören zu können. Ziemlich gut ist ihm auch die Symbiose der Beats und der Jazz-Begleitung durch Piano, Drums, Saxophon und Kontrabass gelungen. Das ist höchst musikalisch und im Vergleich zu anderen Rap-Alben eine echte Ausnahme. Das ist Rap mit Anspruch. Musik für Erwachsene. Besonders gut gefallen mir Tracks wie „Am Mic“, „LKS“ und „Zugezogen Feminin“. Wer auf smoothes Jazz-Piano steht, der sollte sich „Für den Fall“ reinziehen.

Aber überhaupt ist „I Love 2 Hate“ ungemein gut arrangiert. Das ist so gesehen auch Wohlfühl-Rap. Aber nicht so, dass sich Marz nicht auch aus der Komfortzone bewegt. Die verlässt er sogar ziemlich oft und das macht so zum Spätsommer einfach unheimlich Bock. Marz rappt nicht aggressiv, draufgängerisch, ohne überzogene Attitüde. Das ist ungefähr das erste deutschsprachige Rap-Album seit langem wenn nicht sogar seit Jahren, das mich wirklich vom Intro über die 13 Tracks bis zum Outro durchgehen überzeugt. So muss das. Und es kommt noch gerade rechtzeitig zum Spätsommer.

✪✪✪✪ (4 aus 5 Sternen)

 

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