Kraków Loves Adana

Kraków Loves Adana Reset und dann?

Kraków Loves Adana neues Album "Call Yourself New" ©Anna Wegelin

Kraków Loves Adana neues Album „Call Yourself New“; ©Anna Wegelin

„Call Yourself New“ ist das neueste, dritte Album von Kraków Loves Adana.

Bis man sich entschließt wirklich die Reisleine zu ziehen, muss schon viel passieren. Aus eigener Erfahrung staut sich dann in der Regel etwas an und das ist meist nicht ausschließlich Positives. Im Gegenteil. Bei Kraków Loves Adana muss es auch eine Art Kurzschluss gegeben haben. Oder einfach aus eigener Idee etwas, das Deniz und Robert dazu veranlasste sich von ihrem alten Label zu trennen. Dass sich Robert dann zu 100% in die Selbständigkeit wirft, sein eigenes Label Better call Rob gründet und darauf jetzt das neue Album released, hat so einiges von einem Heldenakt.

Was micht etwas verwirrt, ist die erste Anmutung und Eindruck, die die Platte auf mich hat. Ich hätte ein Album erwartet, dass wie bei der Erklimmung eines Gipfels in den Alpen oder bei einem Sieg auf dem Sportplatz eine Art enthusiastischen Siegesschrei und Abklatschen provoziert. Die zehn Tracks haben aber eine innere in sich Gekehrtheit, sie sind so dermaßen introvertiert, dass ich als Hörer etwas überfordert bin damit.

Robert erzählte mir mal in einem Gespräch in Hamburg, dass es jetzt doch ganz angenehm wäre. Denn Deniz könne sich jetzt voll und ganz auf das Songwriting konzentrieren und Robert, er hat alle Stricke auf geschäftlicher Seite in der Hand. Wenn man da weiß wirkt das Bild hier im Review wie ein Sinnbild und das spiegelt sich auch im Sound der Platte wieder. Leicht lethargisch, kein österliches Frohlocken, sondern eher eine gewisse Gedämpftheit wie in „Dirty Drug“. Ein Song, der mir auf der Platte besonders gut gefällt. Längere oder auch mal kleinere Zwischensequenzen ohne Gesang, ein Bass und Gitarre, die im Hintergrund vermeintlich disharmonisch dazu spielt. Und Deniz die sich nach fünf vorigen Tracks in eine Art Wehklagen gespielt hat. Ein Wehklagen, das im Trotz fußt. Immer mal wieder singen sie dann zusammen und hier fügt sich dann alles.

Ich weiß auch nicht warum, aber ich war beim erstmaligem Hören besonders gespannt auf den letzten Track. Gibt es einen Wendepunkt? Eher nicht, denn „Cold Glass“ ist ebenso düster, aber endet in freundschaftlichen Tönen. So als lägen wir uns in den Armen und am Ende verdrückt man dann doch eine Träne, aber aus Freude und weil sich die Spannung gelöst hat. Letztlich hatte ich aber auch Angst, dass das Album mit der Story im Hintergrund irgendwie zum Gegenstand dieser Story wird. Auf der einen Seite ist es das auch. Aber das Album beweist vor allem eines: Der neue Weg ist der richtige und noch dazu einer, der scheinbar die Leidenschaft und Freude zur Arbeit vereint. Trotzdem könnte es zu dieser Jahreszeit bitte etwas freundlicher zugehen. 😉

Tourdaten:

25.04. Nachtasyl, Hamburg
26.04. Monarch, Berlin
27.04. Ostpol, Dresden

 

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