Earnest and without you

Kreative Pausen und der Mut sich zurückzuhalten

Earnest and without you; Credit: Sarah Bornhorst

Earnest and without you; Credit: Sarah Bornhorst

Am 15. August war es soweit und das Debüt-Album der Berliner Band Earnest and without you erschien in Euren Plattenläden. Wir vom Soundkartell haben uns etwas genauer hinein gehört und sagen Euch, wieso das alles andere als runde, angenehme Pop-Musik ist.

Warum muss immer alles einer gewissen Norm entsprechen? Bleibt denn kein Platz mehr für wirkliche Kreativität und wieso ist der Mut, mal etwas ungewöhnlich Neuartiges zu produzieren meist nicht vorhanden?
Diese Fragen sollten wir uns in jedem Fall stellen, wenn wir das Debüt der Berliner Band Earnsest and without you ein Mal durchgehört haben.

Vielleicht mögen wir die Frage mit einem Achselzucken beantworten. Ist halt so. Aber es ist eben auch so, dass das Duo auf ihrer ersten Platte alles andere als die gewöhnlichen, gleichen Wege geht. Abrupte Wechsel und vor allem der Mut mal innerhalb eines Songs eine Pause einzulegen, das ist das Werk der beiden Musiker aus der Hauptstadt.

Acht Titel sind es, die von so genannten Broken Beats, zerfaserten Gesängen und vor allem von einer dennoch elektronischen Leichtigkeit leben. Es fühlt sich von Beginn an, als sei das Album ein einziger Ausbruch spontaner kreativer Ideen. Immer wieder verändern sich musikalische Themen. Werden nochmals überlagert oder brechen einfach völlig überraschend zusammen.

Wir würden an dieser Stelle zum Beispiel bei einem Song wie “Silvan Glade” davon sprechen, dass er ein ganz eigenes Gesicht besitzt. Seine eigene Identität. Jeder Songs hat genügend Platz, um sich zu entfalten. Sie atmen geradezu und das noch nicht einmal sehr laut oder schief.

Verrückt ist das. Das mag der ein oder andere dazu sagen. Nicht normal und wieso orientieren sie sich nicht an der Musik, die so tagtäglich in Massen produziert wird?
Es macht Earnest and without you so unglaublich sympathisch und wir können den Tracks auch deshalb mit einer solchen Freude lauschen.

Earnest and without you; Credit: Sarah Bornhorst

Earnest and without you; Credit: Sarah Bornhorst

Sogar Schlingensief sagte einmal, dass für ihn wichtig ist das Unsichtbare sichtbar zu machen. Offen damit umzugehen und das, was uns bisher nicht direkt vor Augen war, sichtbar zu machen.
Daran orientiert sich auch Earnest and without you. Ihre Pausen und Leerstellen in den Songs hören wir sehr deutlich heraus. Somit sind die beiden Berliner äußerst innovativ. Denn sie schaffen widerum neue Räume. Platz zur Interpretation und Kommunikation.

Wir sind von der Platte unheimlich begeistert. Sie hat uns neue Seiten der Musik aufgezeigt und uns nicht zwanghaft in eine neue Welt mitgenommen. Hier läuft sowieso alles ohne Zwänge und äußere Vorgaben ab. Earnest and without you tun unserem Musikgeschmack unheimlich gut und wirken wie ein wundervoller Wechsel unserer äußeren Umgebung.

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