Ben Abraham

Ben Abraham Debütalbum „Sirens“

Debütalbum: Ben Abraham mit "Sirens"

Debütalbum: Ben Abraham mit „Sirens“

Der australische Songwriter Ben Abraham aus Melbourne bringt am 17.06 sein Debütalbum „Sirens“ rausgebracht. Das Soundkartell hat sich auf sonderbare Weise reingehört.

Diese Rezension ist nicht repräsentativ. Sollte hier eigentlich stehen. Das dachte ich mir zumindest, wie mit dem Review zum neuen Album von Ben Abraham angefangen habe. Wieso? Weil ich gerade eine Zugfahrt hinter mir hatte: Von Stuttgart nach München. An sich keine aufregende Fahrt. 2 Stunden mit der Deutschen Bahn. Aber ich saß da mit zwei Menschen zusammen. Der eine aus Singapur und der andere ein Amerikaner, der aber seit über 30 Jahren in Indonesien wohnt. Und dann komme ich, ein Standard-Student aus Deutschland mit dazu. Jemand, der Musikjournalismus im Master studiert. Jemand, der einfach nur über Musik schreibt. Kreuzverhör klingt ziemlich übertrieben, aber die beiden haben mich krass ausgefragt und wollten dann natürlich wissen, woran ich gerade schreibe. Welche Musik ich denn derzeit höre. Da musste ich ja ehrlich antworten und habe Ben Abraham genannt. Mit „Sirens“ habe ich genau in dem Moment das neue Album des Songwriters gehört.

Wie beschreibt man jetzt den beiden Geschäftsmännern aus Indonesien und Singapur diese Musik? Ohne, dass man Gefahr läuft, dass es zu schwammig oder auch zu speziell wird. Denn die Musik von Ben Abraham verleitet mich schon dazu. Die Musik klingt wie Radical Face. Wie City And Colour oder eine Ein-Mann Besetzung von Angus & Julia Stone. Sehr fluffig und etwas soft. Sehr verträumt und so dahin wabernd. So, dass man in Gedanken immer garantiert abdriftet. Beginnen wir mit dem Intro, das den Titel des Albums ziert. Der Song wirkt wie ein flüchtiger Gedanke. Ein ganz kurzes Abdriften in Gedanken. Es ist wie ein Denkanstoß für die nächsten 12 Tracks.

Es geht nämlich genau so weiter. Da hat Ben Abraham 12 neue Songs geschrieben, die er fast ausschließlich auf seiner Gitarre spielt. Das alles hat er dann elektronisch noch so aufbereitet, als würden wir uns in einer Seifenblase befinden. Ganz vorsichtig und so, dass wir kaum Halt finden in den Songs. Den müsst ihr Euch schon selbst suchen. Zu finden wäre er in „You And Me“. Das ist die aktuelle Single und auch der Track, der nach einem Durchlauf sofort im Ohr bleibt.

Wer nach dem Track nach etwas mehr Schwung sucht, ist hier vollkommen Fehl am Platze. Der kommt nicht. Und das ist auch Kriterium, dass „Sirens“ zwar zu einem unglaublich schönen Album macht. Aber der große Durchbruch in den Tracks bleibt aus. Das mag auch daran liegen, dass Ben Abraham kaum etwas an seinem Stimmeinsatz verändert. Gefühlt singt er die 12 Tracks so durch wie beim ersten.

„Sirens“ ist ein Album für den ruhigen Moment. Ein Album, wenn man mal die Vorhänge eher zu lässt und ihr Euch es auf dem Bett bequem macht. Einfach nur daliegen, in Gedanken schweifen und immer mal wieder zu den schönen Klängen des Folk-Singer/Songwriters lauschen. Am Ende klingt das nicht wie die beste Kaufempfehlung für den Amerikaner aus Indonesien und dem netten Singapurianer. Aber sie haben mir versprochen, dass sie sich das Album anhören werden. Na immerhin. So wird Ben Abraham mit „Sirens“ ja vielleicht noch bis in Übersee, in Asien bekannter.

 

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