Are You Great – Immer auf der Suche nach dem richtigen Anspruch

Are You Great – Immer auf der Suche nach dem richtigen Anspruch

Are You Great; Credit: Bernd Sperber

Are You Great; Credit: Bernd Sperber

Am 11. Oktober erschien die Debütplatte der Nürnberger Band Are You Great. Den Release haben sie gebührend gefeiert und wir vom Soundkartell erzählen euch nun, wie das Album klingt.

Vor etwa zehn Tagen war es soweit und die Nürnberger Indie Band Are You Great releaste am 11.10 ihr Debütalbum “Requiem For A Confession”. Aufgebaut ist das Album konzeptuell nach Seite A und B und beinhaltet 12 neue und teilweise ältere Tracks der Band. Ihnen ist dabei eine Platte gelungen, die geradezu vor internationalem Popflair strotzt.

Nürnberg ist an sich lediglich die Wahlheimat der vier Musiker und doch zählen sie mittlerweile zu den etabliertesten Bands im Frankenland und innerhalb Bayerns. Das Album, das sie jetzt raus gebracht haben verlangt viel. Die Band verlangt sich viel ab und so versuchen auch sie ihr Album in einem ganz besonderen Schein zu packen. Majestätisch. Ästhetisch und dennoch unverfälscht.

 

Are You Great mit ihrem Debütalbum

Are You Great mit ihrem Debütalbum

Entstanden sind jetzt eine Reihe an Songs, die wir im Ohr behalten. Schwierig war es für sie selbst auch die Waage halten zu können zwischen dem Anspruch dem Zuhörer anspruchsvolle Tracks zu liefern. Und auf der anderen Seiten sollten sie auch allesamt zum Tanzen einladen. Der Plan war: Das Album sollte nicht leicht zu hören sein. Kein bedenkenlos gekauftes Album sein.

Aufgenommen haben sie das Album im eigenen Proberaum, der bewusst außerhalb von Nürnberg gewählt wurde. Etwas weiter entfernt vom Highlife und dem regen Leben in Nürnberg. Im Winter fanden dabei die hauptsächlichen Aufnahmetage statt und Ende März standen dann letztlich auch alle Songs, wie sie nun auf dem Album zu hören sind. Erstaunlicherweise fallen die Songs beim erstmaligen Hören durch eine nicht triste Grundstimmung auf. Keine Spur von den kühlen und winterlichen Tagen in Nürnberg.

Tracks wie der Opener “Midnight Rush” wirken im Gegenteil eher äußerst bewegt und beschwingt. Lediglich die Vocals von Edi Linn wirken etwas kühl, aber dieser Eindruck besteht nur für einen kurzen Moment. Are You Great arbeitet auf dem Debütalbum mit zahlreichen Gitarrenelementen, die stellenweise ausufern aber die Melodie auch zielstrebig auf den Punkt bringen können. “The More You Get” ist sogar genau dieser Hybridsong aus anspruchsvollem Songwriting und eingängiger Melodie, die im Ohr bleibt.

Stellenweise hören wir bei den Nürnbergern von Are You Great sogar die klassischen Gitarreneinflüsse wie von den Foals heraus. Daran haben sich zwar in den letzten Jahren bewusst zahlreiche Bands orientiert, doch bei den vier Franken wirken die Einflüsse alles andere als kopiert. In “Within A Day” besitzt sogar Gitarrenriffs, deren Soli ufern stellenweise zwar aus, aber kommen immer wieder zurück in die eigentlichen Melodieverläufe.

Are You Great fabrizieren auf ihrem Debüt keinen typischen Indie-Sound wie wir ihn schon seit Jahren auf den Platten rauf und runter hören müssen. Er ist großartig eigenständig und entführt uns als Zuhörer in jedem seiner zwölf Tracks in andere Gefilde.

Das Album der Nürnberger ist wieder einmal ein guter Beweis, dass bayerischer Indie anspruchsvoll sein kann, aber auch gleichzeitig die Tanzfläche bedienen kann.

FACEBOOK

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*