Review: Follies & Vices
Follies & Vices – Zwischen Pop, Rebellion und Gefühl
Follies & Vices sind eines dieser Duos, die sich mühelos zwischen den Polen aus Indie, Pop und elektronischer Experimentierfreude bewegen – und dabei einen ganz eigenen Sound schaffen, der irgendwo zwischen Bedroom-Pop, Funk-Anleihen und Retro-Coolness pendelt. Seit ihrer Gründung 2013 in Los Angeles haben sie sich Stück für Stück eine musikalische Identität erarbeitet. Dabei sind sie derbe verspielt.
Ihre Songs klingen nach sonnigen Tagen an der Westküste, sind aber zugleich durchzogen von einer gewissen Melancholie. Dadurch entsteht eine gewisse Ambivalenz. Hinter den funkelnden Synths und den cleveren Hooks steckt eine emotionale Tiefe, die nicht sofort auf den ersten Takt auffällt. In Tracks wie „Don’t Hold Back“ oder „Ground All Day“ zeigen Follies & Vices, dass sie mit Kontrasten spielen können: Leichte Grooves treffen auf Texte über Selbstzweifel, Sehnsucht und die Suche nach Balance in einer überreizten Welt.
Die beiden haben in jedem Fall ein gewisses Gespür für Dynamik und Atmosphäre. Jeder Song wirkt wie ein kleiner Film – mit Spannung, Entladung und dem Gefühl, am Ende doch irgendwo angekommen zu sein. Ihre Musik ist elegant produziert, aber nie steril; modern, aber mit einem nostalgischen Touch, der an MGMT oder Foster The People erinnert, ohne aber zur Kopie zu werden.
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