Ochre Room mit zweiter Platte – ein Review

Americana-Folk/Pop aus Finnland

Ochre Room aus Finnland; Credit: Sami Pöyry, 2014

Ochre Room aus Finnland; Credit: Sami Pöyry, 2014

Aus einer der wenigen Großstädte in Finnland möchten wir euch heute mit Ochre Room eine finnische Americana-Folkrock Band vorstellen. Das Soundkartell hat sich in das ihr Album “Box, Bar & Diamond” reingehört. Eine ungewöhnliche finnische Platte.

Finnen seien verschloßen. Qualitätsbewusst und in gewisser Weise etwas leise bzw. zurückhaltend.
Auf Klischees wollen Ochre Room gar nicht erst eingehen. Sie versuchen mit ihrem zweiten Album “Box, Bar & Diamond” mit Finnland und den USA zwei Länder auf musikalische Art und Weise zu verbinden. Ob in Nebraska, Texas oder eben in Tampere, das wäre ihnen dann doch gleich. Ihre zehn neuen Titel klingen jedenfalls nach US-Amerikanische Weiten, Prärie und noch vieles mehr.

Hören wir uns in die ersten Titel der Finnen hinein, so fällt sofort die Art und Weise auf, mit der Ochre Room und die sechs Musiker und Musikerinnen an ihre Titel heran gehen. Es wirkt ganz fein, durchdacht, von Emotionen getragen und somit auch recht folk-poppig. Das Wort “Stückchen”, so wie es in der Presseinfo steht, trifft es vortrefflich. Ohne Bombast, ohne große orchestrale Besetzungen kreieren sie mehr als eine handvoll wundervolle Folk-Pop Perlen.

Ganz klassisch dem Americana-Sound folgend wie in “Blue Devil” oder “Garbage Trucks Are On The Move” werden uns die Finnen mit jedem weiteren Titel sympathischer.
Gut, dass die Texte von Ochre Room dabei vom Alltag handeln, beweist aber auch, dass sie nicht viel um ihre Musik herum aufbauschen.

Ochre Room; Credit: Tiia-Mari Tervaharju

Ochre Room; Credit: Tiia-Mari Tervaharju

Letztes Jahr hatten sie sogar auf dem Reeperbahn Festival die Gelegenheit ihr Live-Publikum davon zu überzeugen, dass sie mit den größeren Folk-Pop Nummern, die ja unter anderem mittlerweile auch aus Skandinavien kommen mithalten können.
Es ist schon eher durchaus überraschend, dass Ochre Room so an ihre Songs herangehen. So bauen sie eine breite Palette an Instrumenten in ihr instrumentales Repertoire ein und da taucht dann in “Meetin & Passing” schon einmal eine Trompete auf.

 

Besonders schön ist es aber vor allen Dingen der subtilen Stimme des Sängers Lauri Myllämäki zu lauschen. Zwar besteht auch hier die Gefahr, dass wir uns zu sehr abwiegen lassen, weil wir auf den entscheidenden durchbrechenden Moment hoffen. Das müssen wir uns aber selbst vorwerfen, denn das neue Album der Finnen ist nicht dazu da, um eine schöne heile Welt oder gar ein “Alles-Ist-Perfekt” vorzugaukeln.

Ochre Room aus Finnland; Credit: Sami Pöyry, 2014

Ochre Room aus Finnland; Credit: Sami Pöyry, 2014

Es geht ihnen sogar darum es uns eben bewusst zu machen, dass nicht immer alles so schön zu sein scheint, wie wir es uns gerne wünschen. Vergänglichkeit ist ein wichtiges Element.
Am Ende bleibt die Gewissheit, dass Ochre Room eine unglaublich gutes Album nachgelegt haben. Äußerst charmant, angenehm, intelligent arrangiert und harmonisch. Das sind nur wenige Attribute, die ihr neues Album “Box, Bar & Diamond” beschreiben. Mal sehen wohin die Reise für die sechs Musiker von Finnland aus noch geht.

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*