Two Door Cinema Club – Eine Kritik des Albums „Beacon“

Two Door Cinema Club – Beacon (VÖ: 31.08.12)

Das ist nun schon das zweite Mal, dass ich mich an eine Plattenkritik gewagt habe! Es werden, so viel ist sicher noch etliche folgen! Veröffentlicht wurde die Kritik auf der Seite des Valve Music Magazines!

Der Two Door Cinema Club lädt zum zweiten Mal und veröffentlicht das Studioalbum „Beacon“. Nach dem Vorgänger „Tourist History“ haben die Nordiren – ohne schon zu viel zu verraten – eine weitere Stufe in ihrer Entwicklung genommen. Ob dieser Schritt zu groß oder zu klein war, sei erst mal dahin gestellt.

Vor gut einem Jahr kündigten Two Door Cinema Club an, dass sie ab sofort mit ihrer Musik große Hallen und Stadien füllen wollten. Um eine solche Masse tatsächlich zu begeistern, bedurfte es einer Wandlung – vor allem, wenn man so klein angefangen hat wie die Nordiren. Ihr erstes Album bleibt dabei vorerst der Meilenstein, denn darauf kann man sie in äußerst guter Laune hören.

Das jetzt veröffentlichte „Beacon“ lässt sich damit nicht wirklich vergleichen, und daran messen sollte man es schon gar nicht. Beim Opener „Next Year“ wird sich der ein oder andere sagen „Oh nein, bitte nicht…“, bitte lass Two Door Cinema Club nicht zu elektronisch geworden sein. Doch nach einem kurzen Synthie-Intro kann man erleichtert aufatmen; Dieser Track erinnert noch stark an die erste Platte, denn hier taucht wieder der so einprägsame Gitarrensound in Foals-Manier auf.

Damit vergleichbar ist er denn auch beim nächsten Track „Handshake“. Dieser wird schon wieder mit Hilfe eines Synthesizers eröffnet, doch schon gleich bahnt sich eine sehr schöne Bassline ihren Weg durch den Song. Daraus entwickelt sich ein überaus guter Titel, der jetzt einen roten Faden im Album erkennen lässt. Bisher gibt es nichts zu kritisieren, am zweiten Langspieler des Two Door Cinema Clubs, denn mit „Wake Up“ folgt ein dritter grundsolider Track. Zum ersten Mal bemerkt man jetzt auch das Hymnenmuster, dass sie in ihre Songs eingebaut haben.

Es ist, wie sie es angekündigt hatten – dass sie größer klingen und vor allem einer größeren Masse gefallen wollen. Auch wenn im Debütalbum jeder einzelne Track etwas Besonderes war, wäre es jetzt nicht fair, bei „Beacon“ nur wegen der „Massentauglichkeit“ auf einen musikalischen Fehltritt zu warten. Denn den bekommt man auch in „Sun“ nicht geliefert: Sogar Bläser werden hier eingestreut, der Track kommt äußerst schwungvoll und gut gelaunt daher, und schon nach zweimaligem Hören kann man mitsummen. Sehr flott und in einer Indie-Disco tanzbar, so kennt man Two Door Cinema Club und so geht es auch weiter.

„Someday“ und „Sleep Alone“ fallen davon nicht ab: Die Songs haben zwar allesamt nicht mehr alle die so erfrischende Unbekümmertheit des Debüts, doch wer das ernsthaft erwartet hatte, hat in den letzten Jahren bei Newcomern wie The Wombats, den Kilians oder als Paradebeispiel den Arctic Monkeys schlicht weggehört. All diese Bands entwickelten sich nach einem fulminanten Erstling, wurden erwachsener und natürlich auch massentauglicher. Ob das gefällt, ist immer eine Frage der Perspektive.

So lassen sich auch die weiteren Tracks wie „The World Is Watching“, „Settle“ oder auch „Spring“ schlecht nach „Tourist History“-Maßstäben beurteilen. Jeder einzelne Track verläuft und verspielt sich mehr oder minder im Laufe der Wiedergabe. Das ist schade, aber spätestens mit dem Song „Pyramid“ bleibt nur eines zu sagen: Two Door Cinema Club sind begnadete Musiker und sie haben ein gutes Album produziert. Wer erwartet hat, dass sie genau dort weiter machen, wo sie mit ihrem letzten Album aufgehört haben, wird natürlich enttäuscht, denn bis auf die ersten drei Tracks hat sich Tempo und Elan deutlich verändert. Dabei haben Two Door Cinema Club ihren Sound nicht verlangsamt, nein, das kann man nicht sagen. Vielleicht trifft es eher das: Sie haben ihre Musik rationaler werden lassen.

 

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