Leon Of Athens

Eine Plattenkritik des Debütalbums „Global“

Leon Of Athens aus London; Credit: David Richardson

Leon Of Athens aus London; Credit: David Richardson

Wie sich ein Album anhört, dessen Tracks hauptsächlich in Zeiten der Krise in Griechenland und Athen entstanden sind, beweist Leon Of Athens mit seinem Debüt. Das Album erschien am 30. Juni und wir vom Soundkartell haben es uns angehört. Eine wundersam tolle Platte.

“Global” heißt das gute Stück und erschien am 30. Juni bei Mimosa`s Dream Records. Der kreative Kopf der Band ist Timoleon Veremis und wie man dem Namen entnehmen kann, handelt es sich dabei nicht um einen typisch britischen Namen, sondern um einen Griechischen.

Leon Of Athens agiert nicht mehr Athen aus, sondern musiziert mittlerweile von London aus. Aufgewachsen bzw. einen Großteil seines Lebens verbrachte Timoleon allerdings tatsächlich in Athen und dort hat er in den letzten Jahren so einiges mitmachen müssen. Gerade dort entstand die Mehrheit der Songs und das ausgerechnet in einer Zeit der größten Unruhen in Griechenland.
Dass, das inspiriert und zum Songwriting anregt ist verständlich und spannend. So veröffentlichte er auch die neuen Songs in seiner Heimat bis er nun nach Großbritannien auswanderte.

Das originelle Cover der Platte "Global"

Das originelle Cover der Platte „Global“

 

Thematisch versucht Leon Of Athens sogar dem großen wunden Punkt der griechischen Krise nahe zu kommen und reflektiert dabei über die Welt im Allgemeinen. Deshalb wurde auch der Titel des Albums so gewählt.
Es sind ihm dabei zehn Titel entsprungen, die eine große Fülle an Optimismus ausstrahlen. Sie sind absolut nicht bedrückend oder gar düster geraten. Wir könnten es sogar so sehen, dass uns Leon Of Athens die Chancen aufzeigt, die eine solche Krise bietet.

Die Single „Global“ ist jedenfalls ein perfekter Einstieg in das Album und lässt uns sogleich in seine Welte des Electro-Pops eintauchen, wie wir sie bisher nur von Bands wie MGMT, Grizzly Bear oder Brian Eno kennen. Hier flirren analoge Synthesizer umher und jeder einzelne Titel wirkt wie ein Pinselstrich. Zusammen ergeben sie ein großes Ganzes. Ein Gebilde und Gemälde zugleich.
Doch der Opener ist alles andere als eine Richtschnur. So variiert Leon Of Athens mit vielen Elementen, die mal in den Folk eintauchen und sich dann wieder in den Gefilden des absolut minimalistischen digitalen Zeitalters aufhalten.

Es sind Titel wie  „Lifeline“ und „Slow Down“ die sich um die beiden Singles wie ein Reigen einfügen. Düstere Teile gibt es dazu natürlich auch. Aber wie in „Awake II“ finden wir auch Songs, die als Inbegriff der Leichtigkeit innerhalb des Pops angesehen müssen. Anspruchsvoll, aber dennoch nicht zu erdrückend und immer mit einem lächelnden Auge können wir die Songs des Griechen verfolgen.
Nicht umsonst sind schon zahlreiche renommierte Magazine auf ihn aufmerksam geworden.

Seine Tracks sind mehrmals zum „Track of the Day“ oder er selbst zum „Artist of the Week“ ausgezeichnet worden. Ganz zurecht, denn es handelt sich hier um ein stimmiges Konzept, in dem sogar das Artwork des Covers ziemlich einzigartig gestaltet wurde.
Leon Of Athens, so viel ist sicher, gilt hierzulande als richtiger Geheimtipp. Wer sein Debütalbum hört wird damit glücklich. Das Problem ist allerdings nur: Hören wir es nicht, werden wir ihm auch nicht nachtrauern. Das wirkliche Alleinstellungsmerkmal fehlt leider.

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*