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HEIM „Palm Beach“ Rezension

HEIM "Palm Beach" Rezension

HEIM „Palm Beach“ Rezension

Das Soundkartell hat sich das neue Album „Palm Beach“ von HEIM angehört.

Am 23. September war es dann mal wieder soweit. Es stand unscheinbar eine Band vor mir, die ich vorher noch nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Auch diverse Connections (Waldstock Festival Booker aus Pegnitz) kannten sie nicht. Eine Krawall-machende Band, würde vermutlich jemand sagen, der dem Genre nicht vertraut ist. Als äußerst interessant und spannend, sage ich. HEIM.

HEIM, eine Band, die mit „Palm Beach“ geradezu herumschreit. „Nich mehr da“ ist der Opener der Platte und mutet geradezu melodisch an, wenn wir den Rest des Albums noch nicht gehört haben. Es ist eine Band des Protests. Des stillen. Und der eher leisen Revolution. Was sie genau anprangern? Die jungen Erwachsenen, die es geil finden, Glitzer in der Fresse zu haben, ein hippes Bier in der Hand und Frozen-Yogurt essen. Und das alles natürlich bei einem Festival im Sommer.

Das Schwierige daran ist: Dass HEIM den Kern erkannt haben. Es wird heutzutage immer schwieriger eine richtig gute Band zu finden, die wirklich etwas anderes macht und eine zu finden, zu der man geht und an die man sich vor allem auf einem Festival nachhaltig erinnert. Da müssen wir noch nicht mal mit einem Grinsen im Gesicht davon gehen und sagen: „Yeah, das war geil!“.

Der Nürnberger Band reicht es wahrscheinlich schon erstmal, wenn wir über sie reden. Wenn wir ihren Sound in Erinnerungen behalten und danach sagen: „Krass, das war ja total crazy. Vielleicht nicht meins, aber trotzdem mutig.“ Und genau da platzieren sich die drei, Michael Shihrer, Denny Thasler, Florian Bauer und der Kreativkopf Christian Bethge. Aber nicht mit der Moral-Keule in der Hand.

„Palm Beach“ so heißt das zweite Album der Band und was Sonne, Strand und strahlende Fröhlichkeit suggerieren könnte, entpuppt sich als wahrer Gute-Laune-Albtraum. Ein knarziger und drückender Albraum. Denn die acht Songs könnten vortrefflich schräger nicht sein.

„Nein“ zum Beispiel. „ihr habt vergessen um was es hier eigentlich geht!!“ Wobei ich ehrlich sagen muss, keine Ahnung wie viele Ausrufezeichen hier stehen müssten. Christian legt sich ins Zeug und das das gesamte Album über. Unfassbar. Das passt in keine Komfortzone mehr. HEIM kratzen alles auf, lassen es liegen und treten am liebsten nochmal drauf. Ohne, dass das jetzt aber aggressiv oder gewaltsam wirkt. Protest und Ausschrei.

Am Ende bin ich ziemlich erschöpft. Das geht schon an die Nieren und HEIM sind für mich eine Band geworden, die ich im neuen Jahr 2017 spätestens mal live sehen möchte. Das muss krass sein.

✪✪✪ (3 aus 5 Sternen)

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