Ghost Woman Single „The End Of A Gun“

Kanadischer Rock’n’Roll von Ghost Woman

Ghost Woman neue Single im Review

60 Jahre nach den 60er Jahren beamen uns Ghost Woman in eine Zeit des Aufbruchs, der Rebellion und der Musikgeschichte zurück und überzeugen mit elf unterschiedlichen Songs, die den guten alten Garage-Sound und lassen mit einem Hauch Psychedelic die wichtige Prise Wahnsinn einfließen.

Ach, die feinen 60er Jahre des freien Amerikas schaffen es immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen. Freie Menschen, freie Gedanken und eine Bewegung, die mit Musik ihren temporären Zustand der Rebellion ausdrückt. Allein die Gitarren verschaffen mir sofort das Gefühl „back tot he 60th“ zu sein. Endlose Highways, Motorräder und die Flucht vor der Realität gehören genauso dazu wie provokative Musiktexte und neue Musikbewegungen.

Die Band Ghost Woman bestehend aus Sänger/Songwriter/Multiinstrumentalisten Evan Uschenko, den Gitarristen Travis Salty & Nick Hay, dem Bassisten Jon Lent und dem Schlagzeuger Eli Browning ist in Westkanada ansässig und hat mit Evan Uschenko einen Multi-Instrumentalist an Bord. Er war mit Gruppen wie Leeroy Stagger und Meat Bodies unterwegs und hat 2016 diese neue Band gegründet. Anfangs sehr zurück gezogen und nur für ein exklusives Publikum erreichbar haben Ghost Woman 2019 ihr Debüt mit dem gleichnamigen Album „Ghost Woman“ gegeben und sind nun mit ihrem zweiten Album „Anne if“ mit elf Songs für ein breiteres Publikum am Start.

Die Kanadier bedienen sich verschiedenster Musikrichtungen, u.a. Krautrock und Garage. Die Platte ist am 30.10.2020 erschienen, am Vorabend des Vollmondes – aus Tradition! Der Klang der Band gefällt mir ausgesprochen gut. Da weiß jemand genau, was er tut und die Presse gibt ihm Recht. Evan ist ein Ausnahmemusiker – das ist das Kredo in den wenigen Pressestimmen, die man findet. Wir haben es also mit Underdogs zu tun und ich kann nur hoffen, dass sich das bald ändert.

Ich soll hier zwar nur den ausgekoppelten Song „The End Of A Gun“ beschreiben, habe mich aber kurzerhand dafür entschieden, die Band zu präsentieren. Ich kann mich nicht auf viel Wissen aus dem Netz stützen, also ist das mal meine ganz objektive Meinung, ohne Einfluss. Wer auf Psychedelic-Rock steht, ist hier an der richtigen Stelle. Die Gitarren prägen den Stil, unterstützt von einem treibenden Schlagzeug einem feinen Bass und eher dumpfen Gesang. Es ploppen diverse Erinnerungen an Bands auf; Velvet Underground, Joy Division, aber auch die Leichtigkeit der Beach Boys und die Tragik der Doors, gepaart mit einem nicht ganz trägen Nick Cave und Basslinien von Led Zeppelin.

Aktueller könnte der Song „The End Of A Gun“ gar nicht sein: Mit rockigem Einstieg und ihrem wachrüttelnden Text hatten sie mich in nur 3:09 Minuten von sich überzeugt. Das Video zeigt typische Szenen der 60er Jahre, wilde Halb-erwachsene, die ausbrechen, die Regeln brechen und das große F… O.. zeigen, welches in dem Song auch nicht zu kurz kommt. Als Video und als Song absolut überzeugend, nicht neu, aber mal wieder erfrischend.

Mit zwei Instrumental-Stücken treffen Sie bei mir eine Stelle, die sich grundsätzlich dagegen wehrt, sich Instrumental-Stücke anzuhören, wenn ich mir von einer Band mit Sänger ein Album anhöre. Aber tatsächlich habe ich diese Stücke nicht weitergezappt, da sie mir gefallen haben. Ich glaube das konnte ich bisher äußerst selten sagen. Es ist ein angenehmes Zusammenspiel der Instrumente, welches das Können der Band absolut zeigt! Die elf Songs lohnen sich alle. Hier gilt:

Der Mix macht es! Das Album ist komplett durch zu hören, es wird nicht langweilig. Jeder Song ist für sich interessant, neu, anders und sehr entspannend. Ich liebe es Musik zu entdecken und an dieser Stelle kann ich wirklich davon sprechen. Es ist eine Träumer-Aufbruch-Platte, die mit der Basis an Instrumenten jeden begeistern wird, der seinen Musik-Geschmack aus dieser Zeit zieht. Für mich ein ganz großer Insider, der es Wert ist, einen schönen Wein zu öffnen, die gute alte Musikanlage aufzudrehen und den Rest der Welt auszuschalten.

Cheers und Enjoy!

 

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