Das Soundkartell präsentiert Binoculers – Minimalistischer Folk

Das Soundkartell präsentiert Binoculers – Minimalistischer Folk

Es ist mal wieder soweit und das Soundkartell präsentiert euch besonders gute Musik. Heute stellen wir euch eine Band aus Hamburg vor, die am 02.11.12 ein neues Album veröffentlichen wird. Die Rede ist von Binoculers und dahinter steht insbesondere die Hamburgerin Nadja Rüdebusch. Heute erscheint mit „There Is Not Enough Space In The Dark“ ihr bereits zweites Album und ist ihr umwerfend gut gelungen.

Die Multiinstrumentalisten Nadja Rüdebusch beherrscht mitunter 16 Instrumente und darunter befinden sich auch unbekanntere Instrumente wie ein Wurlitzer oder eine Mellotron. Mit diesen 16 Instrumenten und fünf weiteren netten Menschen wurde das zweite Album „There Is Not Enough Space In The Dark“ in ihrem eigenen Wohnzimmer eingespielt und aufgenommen. Genau an dem Ort also, an dem die Songs auch von der Idee her gesehen entstanden sind. Eingespielt hat sie dabei auch fast alle Instrumente selber.

Die anderen Mitglieder der Band Binoculers sind Daniel Gädicke (Drums, Bass, Gesang und Percussions), Karsten Genz (Theremin), Tin Falk (Klarinette), Johnny Lamb (Kornett) und schließlich Friedrich Paravicini (Cello). Daraus ergibt sich keine Besetzung, wie man sie an anderer Stelle öfter entdeckt. Allein die Instrumentierung stellt eine Besonderheit dar.

Allzu vielen werden Binoculers noch nicht kennen und so entsteht bei erstmaligen Hören der Eindruck, als ob Nadja an ihre Songs sehr lyrisch ran gegangen ist. Dabei war es ihr insbesondere wichtig relativ schlicht an das Songwriting zu gehen und eher einfachen Akkorden den Vortritt zu lassen.

Zu allererst gibt es jetzt den Track „The Place You Come From“:

[soundcloud]http://soundcloud.com/binoculers/the-place-you-come-from[/soundcloud]

 

Wer die CD in den Händen hält, dem wird umgehend das Cover auffallen, denn dieses ist sehr dunkel und düster gehalten. Das passt mit dem Titel des Albums perfekt zusammen. Nadja zu dem Cover und dem Titel des Albums: „Das Cover zeigt eine Weite, und der Titel an sich hat etwas Enges. Es ist dadurch ein sehr guter Gegensatz, es macht alles greifbarer.“

Besser hätte man es nicht ausdrücken können und genau so wie sie ihr Cover gewählt hat, erklingt auch ihre Musik. Den Einstieg in das Album macht zunächst die Single „Monsters“ , welche es im Vorfeld schon zum kostenlosen Download gab. Hier fällt bereits die Dunkelheit und Düsterheit in ihren Tracks auf. Wobei das nicht zu düster klingt. Die Arrangements schmiegen sich dabei eher gekonnt wie ein warmer Mantel um diese angespielte Dunkelheit.

 

Der darauffolgende Track „Windbreak“ führt diese Linie fort und um die Musik einem Genre zuordnen zu können, würde man die Musik von Binoculers dem Folk, Singer-Songwriter-Pop zuordnen. Schlichte und greifbare Gitarrenarrangements und der wunderschöne Glockenspieleinsatz verleihen der Musik wie auch in den folgenden Tracks eine gewisse Magie, die perfekt zu den jetzt kürzer werdenden Tagen passt.

Folgt man dem fünften der 15 Tracks „The Place You Come From“ so wird spätestens jetzt auch klar wie Binoculers mit den Lyrics agiert. Diese sind wie zuvor auch schon Melodik und Instrumenteneinsatz sehr gut fassbar und in ihnen konstruiert Nadja besonders schöne Bilder von alltäglichen Gegenständen wie Steinen, Häusern oder dem Wasser. Durch diesen Bezug bricht Binoculers die Musik runter auf eine Ebene, zu der auch der Zuhörer leicht Zugang findet. Denn diese sind somit auch auf das eigene Befinden bezogen.

Dadurch, dass Nadja an so vielen Instrumenten einsetzbar ist verändert sich die Songanmutung von Track zu Track immer in kleinen Nuancen, ohne dass es einen großen Bruch oder Sprung auf dem Album geben könnte. In „Song For River“ fällt vor allem der schnuckelig wirkende Einsatz der Orgel und des Akkordions auf. Selten zuvor hat man Musik mit so viel Liebe zum Detail gehört, oder es ist zumindest schon wieder so lange her, dass man sich an eine solche Band erinnern könnte.

Es wird einem richtig warm ums Herz wenn man sich weiter durch das Album hört. Mit jedem weiteren Song steigt das Wohlgefühl und man möchte sich am liebsten mit einer heißen Tasse Tee und der Musik von Binoculers die Zeit im warmen Bett verbringen. Wer dies tut wird schnell merken, dass schnell ein wahres Glücksgefühl ausbrechen wird.

Man kann nur hoffen, dass mit Erscheinen ihres neuen Albums der Esprit wieder zurückkommt, denn es gab sogar mal eine Phase, in welcher Nadja am liebsten keine Musik mehr machen wollte. Nach ihrer ersten Tour und nachdem sie auch ihren Job kündigte, fiel sie in ein Loch, aus welchem sie sich aber glücklicherweise schnell befreien konnte. Dies schaffte sie, indem sie Songs schrieb und sobald wieder den Mut fasste neue Konzerte spielen zu können.

 

Gott sei Dank hat sie ihr Mut weiter Musik zu machen nicht verlassen und uns mit ihrem neuen Album „There Is Not Enough Space In The Dark“ ihr zweites Werk präsentiert. Sie wird perfekt in die nächsten Monate vor Weihnachten passen, denn die neuen 15 Tracks sind allesamt Musik zum Luft holen und vor allem zum inne halten und nachdenken.

Seit dem 31.10.12 ist sie mit Binoculers unter anderem wieder auf Tour wird dabei allerdings lediglich eine Station in Bayern haben: Augsburg.

Wer kann sollte dorthin zu Binoculers auf das Konzert gehen, es wird sicherlich lohnen.

In diesem Sinne ist zudem zu hoffen, dass sich Nadja nicht zu viele Lasten auflädt auf ihrer Tour und weiterhin so wunderschöne Musik macht.

Wer weiterhin auf dem Neuesten bleiben möchte, sollte ihr hier auf ihrer Facebookseite folgen.

Zu guter Letzt gibt es jetzt noch von Binoculers die aktuelle Single „Monsters“:

[soundcloud]http://soundcloud.com/binoculers/monsters[/soundcloud]

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