Im Plausch mit Trille

Trille im Interview

Trille im Interview mit Nele

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir unsere sieben Koffer gepackt und sind mit Mamis roter Knutschkugel mitten in der Nacht durch die tiefsten Brandenburger Gefilde geheizt, nur um mit unserem aktuellsten Lieblings-Newcomer bei Fassbrause und Kerzenschein zu schnacken – Trille! Das wäre die Süßmaus da rechts im Bild. Der kleine Flauschball zwischen uns heißt Jamal, streift leidenschaftlich gerne Füße in diversen Bars und Cafés und lässt sich von jedem knuddeln, dem knuddelig ist! Letzterem war leider nicht so nach plaudern, weshalb wir lediglich Trille mit Fragen gelöchert haben – unseren gemütlichen Kaffeeklatsch gibt’s hier nachzulesen!

Trille ist 28, wohnt in Berlin, die Haare gebleacht mit einem passenden grün- oder Gelbstich, je nachdem, wie die Laune gerade so ist, je nachdem, wie er sich gerade fühlt. Was sich ursprünglich als musikalische Wundertüte schimpfte und eigentlich in die Richtung Wanda gehen sollte, beschreibt Trille heute als ehrlich, visionär, engagiert und empathisch: „Wenn Du am Boden liegst und nicht mehr aufstehen kannst, dann leg‘ ich mich dazu.“ Weniger Wanda, dafür mehr Herz und Verstand, Trap, der Dir die Hand reicht und Dich durch’s Leben schleift, bis Du in den Spiegel schaust und Dir selber ins Gesicht sehen kannst! Und genau das ist Trille – therapeutisch wirksamer als jeder Spotify-Podcast über Selbstfindung und Räucherstäbchen.

Musik macht er nun schon seit er 5 ist. Erst kam das Klavier, dann die Geige und schwupp, befand er sich inmitten der Pubertät, zwischen Abiabschluss und potentiellem Medizinstudium! Geworden ist es dann das Tonmeisterdasein an der UdK – jetzt hat er ein Diplom und auch sein Studium an der Popakademie beendet. Gratulazione! Vollgepackt mit theoretischem Wissen und ’nem Herz so groß wie der Burj Khalifa, macht er Trap mit gefühlvollem Pepp und zielt darauf ab, Euch da zu treffen, wo’s weh tut – in’s Herzchen! Aber so wie Amor, mit Pfeil und Bogen, auf die gute Art und Weise (…)

Musik hatte für ihn schon immer eine tiefergehende Bedeutung. Unabhängig davon, dass sie eimerweise Gefühle transportieren soll, soll sie vor allem bei der persönlichen Weiterentwicklung helfen – wie der Fahrstuhl in den 48. Stock! Trille erzählt seine Story, befürwortet Streit und Konflikte und besingt diese bittersüß, mit Herzschmerz- und Freudentränen. Er hofft, dass sich Leute in seinen Songs wiederfinden können, indem sie sich mit angesprochenen Themen auseinandersetzen, nicht davor weglaufen und womöglich feststellen: „Oh huch – ey, danke Bro!“. 

Er verleiht ausweglosem Trap eine Notfall-Tür mit Leuchtschild, auf dem in fetten neongelben Buchstaben steht: EXIT! Doch um diese zu finden, muss sich der Hörer vorerst mit dem Track, und dann mit sich selbst auseinandersetzen. „Songs müssen immer etwas haben, was Dir die Hand reicht – sei es aus eigener Kraft oder aus anderer“. Auf Spotify könnt Ihr aktuell die beiden Songs „Monotonie“ und „Kopf an Kopf“ finden, aber da, wo die herkommen, gibt’s noch viel, viel mehr! Davon werden wir den nächsten im Januar bestaunen können. „Play Soft“ heißt das Werk und gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns mit seiner geplanten EP noch so erwarten wird – Yin und Yang!

Trille ist erst 28, aber selbstreflektiert und weise, wie Prometheus und Goethe zusammen – wenn es die Musik nicht geworden wäre, wäre er in ein, zwei Jährchen vermutlich Arzt oder (noch trockener) Mathematiker! Uff. Für uns als treue Fans kreativ-schöpferischer Inhalte gar nicht vorstellbar. Doch wie Trille schon meint, sei es als Musiker viel, viel härter, Probleme zu lösen. Man müsse sich in erster Linie mit sich selbst auseinandersetzen und nicht mit anderen Leuten, so wie es ein Mediziner eben täte. Der Grundsatz von Pop-Musik sei, dass es nicht um einen selbst ginge, sondern um andere Leute und dass diese sich wohlfühlen – da als Künstler die Schnittstelle zu finden, das sei gar nicht mal so leicht (…)

Wer an dieser Stelle immer noch nicht so ganz begriffen hat, wo jetzt eigentlich oben und/oder unten is’, muss nur mal auf Spotify gehen, „Kopf an Kopf“ eintippseln und sich dann fragen: was macht das gerade mit mir? Trille macht nämlich ganz, ganz viel mit uns! Uns glücklich, uns traurig, vor allem nachdenklich und am Ende des Tages immer ein Stückchen weiser!

Bevor wir es vergessen: der Gute wird im Februar für einige Termine auf Tour sein! Zusammen mit Kaltenkirchen. Glückliche Landsleute aus Berlin, Stuttgart, Wien: freut Euch! Ihr seid dabei! Und wir natürlich auch.

Tourdaten:

Berlin – Maze – 20.02.2020
Stuttgart – Das Dann – 22.02.2020
Wien – Chelsea – 23.02.2010

 

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