Review: Luke Wild
Luke Wild – Ein kreativer Freigeist zwischen Genres
In einer Musikindustrie, die oft von klaren Schubladen, Hypes und Konkurrenzdenken geprägt ist, hebt sich Luke Wild als ein echter Ausreißer hervor – im besten Sinne. Der aus Atlanta stammende Künstler, der inzwischen in Los Angeles lebt, bleibt keiner Stilrichtung treu, sondern folgt seinem eigenen Instinkt: genreübergreifend, offen, emotional und zutiefst persönlich. Mit seiner neuen EP „Crush“ unterstreicht er genau diese Haltung.
Wilds musikalische Reise begann als Produzent im Umfeld der Atlanta-Rap-Szene. Während er in Studios Beats für andere Künstler baute, arbeitete er heimlich an seiner eigenen Musik – noch zurückhaltend, fast schüchtern. Doch seine Leidenschaft ließ ihn nie los. Der Schritt nach Los Angeles brachte den entscheidenden Schub: In der dortigen kreativen Szene fand er Gleichgesinnte, organisierte eigene genreübergreifende Events und baute sich ein Netzwerk aus Freund*innen, Produzent*innen und Wegbegleiter*innen auf, mit denen er nun gemeinsam Musik macht.
Die EP „Crush“ wirkt wie die Erfüllung eines Jugendtraums: Sechs Songs, produziert mit seinen engsten Freunden in einem Studio, in dem Vertrauen und Kreativität auf Augenhöhe regieren. Das Ergebnis: eine farbenreiche Sammlung emotionaler Tracks, von introspektiven Balladen bis hin zu energetischen Experimenten wie dem Drum’n’Bass-Stück „Crush“ mit spill tab. oder der berührenden Kollaboration „Half the Story“ mit Alix Page.
Was „Crush“ besonders macht, ist nicht nur das musikalische Spektrum, sondern die persönliche Tiefe. Songs entstehen aus realen Gesprächen, spontanen Gefühlen – wie etwa „Why You Got To Treat Me Like That“, dessen Refrain während eines Laufs entstand. Wilds Texte sind roh, nahbar, nie überproduziert. Gleichzeitig klingen die Produktionen – unterstützt von William van Zandt und Gabe – aufwendig, detailverliebt und durchdacht.
Statt sich in Genregrenzen zu verlieren, lässt sich Luke Wild treiben, findet zwischen Folk, Indie, Hip-Hop, Pop und elektronischen Einflüssen seine ganz eigene Stimme. Seine EPs erzählen von Aufbruch, Zweifeln, Sehnsüchten – und von persönlichem Wachstum. Ein Debütalbum hat er bewusst noch nicht veröffentlicht. Denn Luke Wild setzt auf Langsamkeit, auf nachhaltigen Aufbau statt Schnellschuss. Und gerade das macht ihn zu einem der spannendsten Acts der aktuellen Indie-Szene.
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